Kulturveranstaltung des Landkreises widmete sich dem Leben und Wirken Julius Echters in der Region – Zeugnisse eines „umstrittenen Fürstbischofs“

Das Wirken des Fürstbischofs Julius Echter interessiert auch heute noch viele Menschen. Davon zeugte die Kulturveranstaltung des Landkreises im Rahmen des Tages des offenen Denkmals. (Foto: Uta Baumann, Landratsamt Schweinfurt)
Schwebheim (red). Der Tag des offenen Denkmals stellte mit dem diesjährigen Motto „Macht und Pracht“ das Ansinnen vieler Erbauer in den Mittelpunkt durch ihre Bauwerke Schönheit und Wohlstand, aber auch weltliche und geistliche Machtansprüche darstellen zu wollen.
Leben und Wirken Julius Echters in der Region stand im Mittelpunkt der Kulturveranstaltung zum Thema in Schwebheim. Eine große Machtfülle hatte im Spätmittelalter zweifellos der jeweilige Würzburger Bischof mit seiner Doppelfunktion als Leiter der Diözese sowie als weltlicher Herrscher über das Herzogtum Franken. Kreisheimatpfleger Stefan Menz nahm die Besucher mit in diese Zeit. Bereits vorher konnten die zahlreichen Besucher Zeugnisse der Geschichte Schwebheims – von der Zeit Echters bis heute – in Führungen durch den „Bibra-Saal“ sowie das Museum in der Schlossscheune kennenlernen.
Menz zeigte den Fürstbischof Julius Echter als einen an europäischen Universitäten ausgebildeten Juristen und Verwaltungsfachmann, der ein modernes Berichtswesen und regelmäßige Besuche in seinen Verwaltungsbezirken einführte. Mit aller Härte trieb der von den Jesuiten geprägte Echter in seinem Herrschaftsbereich die Re-Katholisierung voran. Der „umstrittene Fürstbischof“, wie Kreisheimatpfleger Menz seinen Vortag betitelte, hinterließ in seinen 44 Regierungsjahren daneben eine Vielzahl von Bauwerken.
Insbesondere die Echtertürme prägen das Ortsbild vieler Dörfer im Landkreis Schweinfurt bis heute. Mit diesem erkennbaren Zeichen der in seiner Regierungszeit errichteten Kirchen sowie an allen Bauten angebrachten Steintafeln, die ihn als Erbauer ausweisen, setzte Echter auch bewusst neue Maßstäbe in einem Bereich, den wir heute als Öffentlichkeitsarbeit bezeichnen würden. Sein kontinuierlich verfolgtes Ziel zum mächtigen Bischof von Mainz gewählt zu werden, konnte er allerdings selbst damit nicht erreichen. Die Regentschaft Julius Echters hinterließ in der Region jedoch auch Verlierer. Wer sich nicht zum katholischen Glauben bekannte, musste sein Herrschaftsgebiet verlassen.
Landrat Florian Töpper betonte zu Beginn der Veranstaltung, dass „es nicht die Zeiten sind, die wir im Nachhinein oft als dunkel bezeichnen. Es sind die Menschen, die in ihrem jeweiligen Amt oder mit ihrer Aufgabe das Zusammenleben gestalten und ihre Zeit prägen können.“
In Schwebheim muss in diesem Zusammenhang der Name Heinrich von Bibra genannt werden. In einer zumindest für viele Protestanten unruhigen Zeit zeigte Bibra hier ein Zeichen religiöser Toleranz. Noch im Jahr 1576, also wenige Jahre nach der Wahl Julius Echters zum Fürstbischof, errichtet der katholische von Bibra seinen evangelischen Schwebheimer Untertanen eine eigene Kirche, den heutigen „Bibra-Saal“. Die Besucher der Kulturveranstaltung des Landkreises Schweinfurt konnten diese erste evangelische Kirche unter kundiger Führung von Herbert Ludwig, Vertrauensmann des evangelischen Kirchenvorstands, besichtigen.
Der Bürgermeister der Gemeinde Schwebheim, Dr. Volker Karb, stellte die historischen Gebäude und Traditionen in Schwebheim heraus. Aktuell ist es eine große Aufgabe der Gemeinde diese Bauwerke zu erhalten und für eine moderne Nutzung durch die Bürger zugänglich zu machen. Einen Einblick in die Geschichte des Ortes gab Britta Ritter, stellvertretende Vorsitzendes des Ortsgeschichtlichen Arbeitskreises, bei einer Führung durch das Museum in den Schlossscheunen. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen jedoch nicht die Fürsten und Lehensherrn Schwebheims, sondern die Handwerker und Bürger, die hier lebten und ihrer Arbeit nachgingen. 
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