IHK fordert Korrekturen bei der Energiewende – Derzeitige Modelle belasten unterfränkische Unternehmen in Milliardenhöhe

gende Korrekturen bei der Energiewende fordert die unterfränkische Wirtschaft. Die bisherigen Modelle seien zu ineffizient und unwirtschaftlich.
Würzburg (red). Die regionale Wirtschaft fordert angesichts der permanent steigenden Kosten dringende Korrekturen bei der Energiewende. „Die laut ersten Berichten auf 6,88 Cent steigende EEG-Umlage sowie die weiter stark steigenden Netzentgelte werden die mainfränkischen Unternehmen im nächsten Jahr mit deutlichen Mehrkosten belasten. Bayernweit rechnen wir mit einer halben Milliarde Euro mehr.“, sagt Otto Kirchner, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Würzburg-Schweinfurt.
„Für die Wirtschaft in der Region verteuert sich die Energiewende weiter und wird damit zum Risikofaktor für den Standort.“, so der IHK-Präsident. Er unterstreicht, dass der Strompreis zu mehr als der Hälfte aus staatlich veranlassten Bestandteilen wie Steuern oder Umlagen besteht. Diese hätten seit Beginn der Energiewende stark zugenommen. Experten des iw Köln schätzen, dass die EEG-Umlage von derzeit 6,35 bis 2030 auf bis zu 20 Cent je Kilowattstunde steigen kann. Dieses Szenario würde jährliche Mehrkosten von bis zu sechs Milliarden Euro für die bayerische Wirtschaft bedeuten.
„Das wäre für unsere Unternehmen und unseren Industriestandort ein gravierender Wettbewerbsnachteil.“, so Kirchner.
Laut aktuellem Energiewendebarometer der IHK-Organisation fordern 57 Prozent der bayerischen Unternehmen niedrigere Stromkosten. Um die Belastungen für Betriebe und Verbraucher einzudämmen, schlägt der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) ein neues Modell zur Finanzierung der EEG-Umlage sowie eine Senkung der Stromsteuer vor. Das neue Modell zur Finanzierung der EEG-Umlage erarbeitet der BIHK gemeinsam mit dem Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft (VBEW). Es soll im Dezember vorgestellt werden.
Oliver Freitag, Bereichsleiter Innovation und Umwelt der IHK Würzburg-Schweinfurt, fordert eine schnelle Verwirklichung der Suedlink-Stromtrassen. Diese seien längst überfällig. „Der Netzausbau muss schnellstmöglich umgesetzt werden, um drohende Versorgungslücken zu vermeiden. Denn die kann sich die mainfränkische Wirtschaft nicht leisten.“ Gemäß dem aktuellen IHK-Energiewende-Barometer 2016 fordern 71 Prozent der bayerischen Unternehmen höchste Priorität für den Netzausbau, in der Industrie sind es sogar 81 Prozent.
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