Grünes Sommerfest im Spitalgarten Gerolzhofen

Jungimker Jonas Schellhorn im Gespräch mit Bundestagskandidatin Barbara Pfeuffer, Bezirksgeschäftsführer Volkhard Warmdt und MdL Gisela Sengl
 
Bundestagskandidatin Barbara Pfeuffer und MdL Gisela Sengl am Stand des Vereins „Nationalpark Nordsteigerwald“
Bei sonnigen, aber nicht zu heißem Wetter empfingen die Grünen Kreisverbände Kitzingen und Schweinfurt ihre Gäste zum Sommerfest im Gerolzhöfer Spitalgarten.
In ihrer Eröffnungsansprache betonte Bundestagskandidatin Barbara Pfeuffer die große Bedeutung des ländlichen Raums für die gesamte Gesellschaft. Pfeuffer ging hier vor allem auf die Landwirtschaft ein, die im südlichen Teil des Wahlkreises Schweinfurt-Kitzingen vor allem durch den Wein- und Gemüseanbau sehr stark ausgeprägt ist.
Neben ihrer Hauptaufgabe, der Ernährung der Bevölkerung, sei die Landwirtschaft auch ein unerlässlicher Partner, wenn es um wichtige ökologische Zukunftsthemen wie Arten- oder Klimaschutz ginge.
Pfeuffer forderte in diesem Zusammenhang, das stete Streben nach immer mehr Ertrag zu überdenken und stattdessen konsequent auf ökologische Nachhaltigkeit zu setzten. Sie erinnerte daran, dass der Import von Futtermitteln aus Entwicklungsländern auf der einen Seite, sowie der Export von Billigfleisch aus Deutschland dorthin auf der anderen Seite, bereits jetzt die Landwirtschaft in vielen Regionen der Welt massiv schädige und weltweit soziale Konflikte verschärfe.
Dass die Landwirtschaft ein sehr wichtiges, aber keineswegs das einzige Thema im ländlichen Raum rund um Gerolzhofen ist, zeigten die Stände der zahlreichen aktiven BürgerInnen, die das Sommerfest begleiteten.
Ein großes Thema hierbei war natürlich der Kampf für einen dritten bayerischen Nationalpark im Steigerwald. Der Verein „Nationalpark Nordsteigerwald“ ließ in einer Videoinstallation BürgerInnen aus der Region zu Wort kommen, die in ihren Statements deutlich machten, dass ein Nationalpark im Steigerwald nicht nur ein großer Gewinn für die Natur, sondern auch für die Menschen vor Ort wäre.
Ein weiteres großes Anliegen der Menschen im südlichen Landkreis Schweinfurt sowie in den Dörfern rund um Wiesentheid ist die Reaktivierung der Bahnstrecke Kitzingen – Gerolzhofen – Schweinfurt. Der Förderverein Steigerwaldexpress e.V. macht sich dafür stark, dass diese Strecke zumindest für den Güterverkehr wieder genutzt werden kann, damit die stark belastete B286 endlich entlastet wird.
Auf die beiden Themen, Nationalpark Steigerwald und B286, ging auch Thomas Vizl ein, als er die Gelegenheit nutzte, eine Halbzeitbilanz der den Grünen nahe stehenden „geo-net“ - Fraktion im Gerolzhöfer Stadtrat zu ziehen. Dabei wertete Vizl es als Erfolg, dass es seiner Fraktion gelungen sei, bei der Ausweisung neuer Baugebiete einer weiteren Zersiedlung der Landschaft entgegenzusteuern. Auch erinnerte er an das erfolgreiche Bemühen Gerolzhofen zur Fair-Trade Stadt zumachen. Dass der faire Handel für die Gerolzhöfer sehr wichtig ist, wurde am Stand des „Eine-Welt“ - Ladens deutlich. Neben dem Verkauf von kreativen Basteleien und hochwertigen Lebensmitteln aus aller Welt versorgten die OrganisatorInnen des „Eine-Welt“ - Ladens die Festgäste auch mit delikaten vegetarischen Brotaufstrichen.
Weitere süße Leckereien gab es am Stand von Jonas Schellhorn zu probieren. Der erst
18- jährige Schüler aus dem Landkreis Kitzingen hat vor sechs Jahren die Imkerei zu seinem Hobby gemacht und ist mittlerweile stolzer Besitzer von einem halben Dutzend Bienenvölker. Im Interview mit Barbara Pfeuffer machte der junge Bienenexperte deutlich, wie schwer die Imkerei angesichts des großen Einsatzes von Insektiziden in der heutigen Zeit ist.
Nachdem die zahlreichen mitwirkenden Organisationen auf der Showbühne vorgestellt worden waren, traf auch die Hauptrednerin der Veranstaltung, die agrarpolitische Sprecherin der Grünen im bayrischen Landtag, Gisela Sengl ein.
In ihrer mitreissenden Grundsatzrede machte sie den Anwesenden deutlich, dass für ein gutes grünes Wahlergebnis noch mehr gekämpft werden müsse. Da die Grünen die einzige Partei sind, die konsequent das Gemeinwohl vor das Interesse Einzelner stelle, sehe man sich regelmäßig den Kampagnen mächtiger Lobbyorganisationen ausgesetzt. Die Oberbayerin Sengl verwies auf die letzte Bundestagwahl 2013, bei der der etwas unglücklich formulierte Vorschlag des Veggie-Days zu einer beispiellosen Negativkampagne geführt habe, obwohl dieser Vorschlag nur einer unter hunderten anderen Punkten im grünen Wahlprogramm war, die jedoch nicht ins öffentliche Bewusstsein gelangten. Am Beispiel der Energiewende und des aktuellen Dieselskandals machte Sengl deutlich, dass das Festhalten an umweltschädlichen Technologien der deutschen Wirtschaft langfristig mehr schade als nutze. Sengl ermutigte die anwesenden Aktiven, nicht nur für mehr ökologische Nachhaltigkeit, sondern auch für mehr Solidarität zu kämpfen und zeigte sich beeindruckt darüber, was hier im ländlichen Unterfranken schon alles geleistet werde.
Musikalisch stilvoll umrahmt wurde der Tag von Joachim Schön und seiner „Schnoed & High Field Band “.
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