Groundhopping als Alternative zum Kommerz

Immer mehr Fans suchen die Wurzeln des „wahren“ Fußballs – 33 Groundhopping-Geschichten. (Foto: Privat)
Immer mehr Fans suchen die Wurzeln des „wahren“ Fußballs – 33 Groundhopping-Geschichten

Es muss nicht unbedingt das Champions-League-Finale sein, das die Krönung für einen Fußballfan darstellt. Der junge Autor Benjamin Schaller (Jahrgang 1990) hat seine eigene Fußballerkarriere mangels Talent schnell beendet und sich auf die Suche nach den wahren Schätzen der Fußballs begeben. Er hat die kleinen Fußballtempel dieser Welt besucht und erzählt in dem Buch „Wo geht´s hier zum Stadion?“ die Geschichten, die hinter den kleinen, aber nicht minder ehrgeizigen Clubs stecken.
Groundhopping nennt sich dieses Hobby, dem sich in Zeiten immer weiter steigenden Kommerzes immer mehr Fußballfans verschreiben. Sie sammeln nicht mehr die Konterfeis von Ronaldo, Messi & Co., Ihre Sammelleidenschaft gilt Fußballstadien. Da so ein Stadion eher schwerlich in der hauseigenen Vitrine unterzubringen ist, begnügen sie sich damit, so viele Spiele wie möglich zu besuchen. Dabei sind manche Hopper auf der Jagd nach den großen Fußballtempeln der Welt, andere schauen ausschließlich Amateursportlern beim Kicken zu oder reisen zielgerichtet in exotische und schwer zugängliche Länder.
Die meisten Groundhopper lassen sich hingegen gar nicht kategorisieren und machen ein bisschen was von alldem. Die Geschichten, die dieses Hobby hervorbringt, sind so unterschiedlich und vielfältig wie die Menschen, die ihm nachgehen.
Autor Benjamin Schaller hat 33 Geschichten übers Groundhopping zusammengetragen, erzählt von Menschen, die diesem Hobby leidenschaftlich nachgehen. So findet eine befremdliche Fußballreise nach Nordkorea in diesem Buch ebenso Platz wie ein familiärer Dienstagabendkick beim SC Glück-Auf Sterkrade. Es wird erzählt, wie ein Tagesausflug nach Gambia zum Kampf gegen die Uhr wird und wie der Alltag in Syrien ausgesehen hat, bevor die Bomben fielen.
Ein Hopper bricht zu einer Tour durch elf Länder in elf Tagen auf – in Begleitung eines Kleinkindes und eines alten Mannes im Rollstuhl. Ein anderer berichtet über die Faszination Südosteuropa – der Balkan mit seinen Lichtermeeren in den Fankurven. Und dann ist da noch die Geschichte einer verrückten Viererbande, die sich vorgenommen hat, für den Fußball bis ans Ende der Welt zu fahren. Groundhopping ist ein Hobby, das immer mehr Anhänger findet: Fußballfans reisen um die ganze Welt, um möglichst viele verschiedene Stadien und die jeweilige Fankultur kennenzulernen.
Es ist unmöglich, den einen Groundhopper zu finden, der stellvertretend für die gesamte Szene steht. Die Menschen, die diesem Hobby nachgehen, haben unterschiedliche Motive, Ziele und Herangehensweisen. Die Faszination Groundhopping lässt sich nicht in einer Geschichte erzählen – deshalb hat Autor Benjamin Schaller gleich 33 an der Zahl gesammelt, erzählt von leidenschaftlichen und abenteuerlustigen Hoppern.
BENJAMIN SCHALLER, Jahrgang 1990, kommt gebürtig aus Thüringen. Er wurde Fan des FC Carl Zeiss Jena, weil ihm die Vereinsfarben so gut gefielen. Seine Ambition, den FCC persönlich zurück in den Europapokal zu schießen, geriet in der Kreisklasse B ins Stocken. Um sich selbst Trost zu spenden, ging er auf Reisen – und entdeckte dabei das Groundhoppen für sich.
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