Für die Bauern beginnt jetzt die Feldarbeit

Die Feldarbeit beginnt. (Foto: Bayerischer Bauernverband BBV)
München (bbv) – Wenn Bäume und Sträucher aus ihrem Winterschlaf erwachen und erste Knospen sprießen, dann ist der Frühling da. Ein Berufszweig steht zu dieser Zeit besonders in den Startlöchern: die Landwirtschaft. Für die Bäuerinnen und Bauern beginnt die Feldarbeit.
Getreide, Kartoffeln, Rüben und Mais kommen in den Boden und werden in den nächsten Wochen ausgesät. „Besonders bei den Rüben kommt es auf jeden Tag an. Je früher die Rübenpillen im Boden sind, desto besser können die Pflanzen die gesamte Vegetationsperiode nutzen. Jedoch besteht immer die Gefahr, zu früh loszulegen, denn Frost vertragen die Keimlinge nicht“, erklärt Johann Graf, BBV-Referent für Zuckerrübenanbau in Bayern. Das Gleiche gilt für den Mais, der auch jetzt im Frühjahr ausgesät wird. Viele Bauern kalken den Boden, um ihn für die Aussaat vorzubereiten. Kalk ist gut für die Bodenstruktur und hilft gegen Versauerung. Dadurch können vorhandene Nährstoffe besser aufgenommen werden.
Vereinzelt kommen schon die ersten Frühkartoffeln in die Erde, von Mitte April bis Mitte Mai dann die mittelfrühen und späten Sorten. Auch wenn es zunächst verwirrend klingt – Kartoffeln werden gepflanzt. Dazu werden Saatkartoffeln in Furchen gelegt. Saatkartoffeln sind etwa 3 bis 5 cm große Kartoffeln, aus deren Keimen die Kartoffelpflanze wächst. Die Bodentemperatur bei der Aussaat sollte idealerweise 8 °C betragen, der Boden sollte frostfrei sein. Nach der Aussaat werden die Kartoffeln angehäufelt. Das schützt nicht nur vor Frost, sondern auch vor Lichteinstrahlung und der Bildung grüner Stellen.

Vielerorts wachsen seit Oktober Winterkulturen wie Raps, Gerste und Weizen auf den Feldern heran. Die Winterformen der Getreidearten haben durch die lange Vegetationsperiode einen höheren Ertrag und überstehen die oft vorherrschende Frühjahrstrockenheit leichter als die Sommerfrüchte. „Die Pflanzen sind gut aus dem Winter gekommen, die kühle Witterung der vergangenen Wochen hat den Vegetationsbeginn aber etwas verzögert. Der erwartete emperaturanstieg wird die Entwicklung der Pflanzen zügig in Gang bringen“, sagt Anton Huber, Getreidereferent beim Bayerischen Bauernverband.

Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik bewirtschafteten laut Agrarstrukturerhebung 2016 Bayerns landwirtschaftliche Bertriebe 3.125.366 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche. Davon entfielen knapp zwei Drittel auf Ackerland.
Mit rund 1,12 Millionen Hektar ist über die Hälfte der Ackerlandfläche mit Getreide zur Körnergewinnung (einschl. Körnermais und Corn-Cob-Mix) bestellt. Von der Anbaufläche für Getreide sind die wichtigsten Fruchtarten Weizen mit 534.644 Hektar und Gerste mit 328.257 Hektar. Dabei werden 98,1 Prozent des Weizens als Winterkultur angebaut, bei der Gerste sind es 72,5 Prozent.
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