Fördersumme für Nahwärmeprojekt deutlich aufgestockt - Wirtschaftlicher Betrieb und Klimaschutz dank modernster Heiztechnik

Besonders die Schimmhalle am Schulzentrum in Schonungen als Hauptabnehmer der Nahwärme profitiert vom neuen Wärmekonzept. (Foto: schonungen)
Viele Besucherstühle waren in der jüngsten Sitzung besetzt: Kein Wunder, ging es doch um das wegweisende Nahwärmeprojekt am Schulzentrum in Schonungen. Vertreter von Kindergarten, Naturfreunde und Grundschule, alle samt potenzielle Anschlussteilnehmer der neuen Heizzentrale informierten sich aus erster Hand.

Dass es Bürgermeister und Verwaltung nun abermals gelungen ist, die Förderung massiv aufzustocken, wertete Stefan Rottmann als großartigen Erfolg. Waren es zunächst 522.000 Euro, sind es nun 816.400 Euro, die als Zuschuss zur Verfügung stehen. Damit ist es der Gemeinde dank ihres überzeugenden Reformwillens und ihrer Hartnäckigkeit gelungen die Förderquote beachtlich zu steigern: Sein ausdrücklicher Dank galt der Regierung von Unterfranken als Fördermittelgeber, für die partnerschaftliche Zusammenarbeit.

Dass die Finanzspritze dringend benötigt wird, macht sich an der Investitionssumme von 1.111.383 Euro bemerkbar: Damit liegt der gemeindliche Eigenanteil jetzt bei nur etwa 300.000 Euro. Dass sich die Gemeinde die Entscheidung trotzdem nicht leicht gemacht hat, zeigt die umfangreiche Beratung in den Gremien. Planer Thomas Vizl (Vizl & Orf) stellte die von allen präferierte „Variante 3“ in allen Einzelheiten vor, die für die Gemeinde den wirtschaftlichsten Betrieb bedeutet. Im ehemaligen Schulgarten entsteht zum Großteil unterirdisch die neue Heizzentrale, die sternförmig alle umliegenden Objekte mit Wärme beliefern soll: Da wäre zum einen das Schwimmbad mit Turnhalle als Großabnehmer, aber auch die Realschule, die künftige Grundschule sowie der Kindergarten mit Kinderkrippenprojekt. Auch die Naturfreunde bekommen die Möglichkeit mit anzuschließen. Vizl geht aufgrund der zahlreichen Abnehmer von einer mittleren bis größeren Nahwärmezentrale aus. Zwei Hackgutkessel mit je 150 KW Nennleistung bilden das Herzstück. Weil die Gemeinde überaus waldreich ist, liegt der Betrieb mit Hackschnitzel auf der Hand. Zusätzlich integriert in der Heizzentrale ist ein Gaskessel mit einer Nennleistung von 490 KW: Dabei soll der bestehende Kessel (Baujahr 2008) in das neue Heizzentralengebäude umgesetzt und mit einem neuen Brenner ausgestattet werden. Ein wichtiger Baustein sind drei Klein-Blockheizkraaftwerke mit einer installierten Gesamtwärmeleistung von 833 KWtherm und 16,5 KWel.

Durch die Installation verschiedenster Anlagetypen wird eine hohe Effizienz erreicht, die nicht nur zu einem wirtschaftlichen Betrieb, sondern auch einen großen Beitrag zum Klimaschutz beiträgt. So gehört das Schulzentrum zu den mit Abstand größten Energieverbrauchern im Großgemeindegebiet. Die künftige Wärmezentrale am Galgenberg wird bis unter das Dach mit innovativer und zukunftsweisender Heiztechnik ausgestattet sein, sodass sich vor allem durch den hohen Förderbetrag eine wirtschaftliche Amortisation bereits nach wenigen Jahren einstellt, das unterstreicht Alexander Bächer von der Energieagentur Nordbayern. Mit Grafiken und Berechnungen verglich er noch mal anschaulich den Betrieb mit verschiedenen anderen fossilen Brennstoffträgern. Die Gemeinde als Mitglied der Energieagentur setzt hier bei der Umsetzung der Heizzentrale auf eine weitere unabhängige und neutrale Beratung: Aber auch Alexander Bächer kommt zum gleichen Entschluss. „Variante 3“ ist von allen die umweltschonendste und wirtschaftlichste Lösung zur Versorgung mit Wärme.
Die Planung der Gebäudehülle und des Umfelds obliegt dem Architekturbüro Holger Philipp. Auch hier gab es nochmals wertvolle Erkenntnisse über die bauliche Ausführung.
Aufgrund der prekären Heizsituation an der Realschule aber auch am bestehenden Kindergarten ist Eile geboten: Zur Heizperiode Winter 2018/2019 soll der Betrieb starten. Eine beachtliche Investition in die jeweilige Heiztechnik von Schulzentrum, Kindergarten und künftiger Grundschule ist unausweichlich, wie Bürgermeister Stefan Rottmann erklärt. Mit dem Nahwärmeprojekt hätte man in einem Zug gleich drei Probleme gelöst und kann sich obendrein über eine komfortable Fördersituation freuen. So oder so eine kluge Investition und wegweisende Entscheidung, so Bürgermeister Stefan Rottmann, die der Gemeinderat am Ende einstimmig getroffen hat. Jetzt sollen zügig Gespräche mit den künftigen Wärmeabnehmern geführt und ein Leitungsnetz geplant werden.
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