Feuerwehr fehlt es an Nachwuchs

Es ist das erste Mal im Landkreis Schweinfurt, dass eine Freiwillige Feuerwehr wegen Personalmangels zwangsaufgelöst werden muss. Die hat die Freiwillige Feuerwehr Eckartshausen nun auch bei einer eigens einberufenen Versammlung bestätigt.
Nach Hausbesuchen hatte es zwar zunächst danach ausgesehen, als könnte die nötige Mindeststärke von 18 Feuerwehrleuten gewährleistet werden, doch nach einigen Übungen zeigte sich ein anderes Bild. Auch einen Kommandanten zu finden wurde immer schwieriger. De facto waren es zuletzt nicht einmal mehr zehn Aktive und vor allem tagsüber hätte es vorkommen können, dass überhaupt kein Feuerwehrmann im Ort ist. So blieb dem Markt Werneck als Entscheidungsträger letzten Ende keine andere Wahl, als die Auflösung zu beantragen. Kreisbrandrat Holger Strunk zeigte auf Anfrage Verständnis, hofft aber auch auf einen Weckruf. „Die kleinen Wehren mit ihren präzisen Ortskenntnissen sind nach wie vor der größte Sicherheitsgarant“ sagt er und er erteilt manchen Forderungen nach zentralen Großfeuerwehren eine klare Absage. Es gehe schließlich nicht nur um Brände, sondern auch um Katastrophenalarm.

Ortskenntnis ist unabdingbar
„Wo sollte eine solche Großfeuerwehr bei einer Überschwemmung oder einem Sturm anfangen?“ stellt er bewußt die provokante Frage nach der direkten Versorgung vor Ort. Selbstverständlich leisten die Stützpunktfeuerwehren bei Großbränden in kleinen Orten oft die Hauptarbeit. Bis diese anrückt hat die Ortswehr aber bereits die Weichen für die Rettung von Personen oder auch Tieren bereits in die Wege geleitet, bzw. bereits selbst erledigt. Freiwillige Zusammenschlüsse aufgrund von Personalmangel gab es bislang zwischen Wettringen und Fuchsstadt, sowie Mailes mit Wetzhausen und den Dreierbund mit Wiebelsberg, Düttingsfeld und Mutzenroth. Zusammenschlüsse dürfen nicht behördlich angeordnet werden, betont Strunk, um etwa Material oder Gerätschaft einzusparen. Andererseits geben es aber auch das Beispiel Schönaich, wo alle wehrfähigen Bürger bei der Feuerwehr engagiert sind. In Zahlen ausgedrückt hat sich die Zahl der aktiven Feuerwehrleute im Landkreis von 5383 im Jahre 2000 auf 4482 im Jahr 2016 reduziert. Zugelegt hat im gleichen Zeitraum hingegen die Anzahl der weiblichen Feuerwehrleute von 320 auf 359, währen die Zahlen der Jugendlichen in den Feuerwehren über die Jahre mit um die 900 annähernd konstant geblieben sind.
Die Feuerwehr wird deshalb auch künftig kräftig die Werbetrommel in eigener Sache rühren. So findet am Sonntag, 21. Mai, wieder im Kreisbauhof Niederwerrn der „Tag der Feuerwehr"

statt. Dabei wird u. a. auch die neue Wasch- und Desinfektionsmaschine für die Atemschutzwerkstatt übergeben.
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