FC 05 vor dem Pokalhit: Der SV Sandhausen überrascht die 2. Liga – Von wegen „Graue Maus“

Objekt der Begierde: der DFB-Pokal. (Foto: Agentur Sport-Moments)
Sandhausen (eva). Groß war sie, die Enttäuschung auf den Gesichtern all der FC 05 Fans, welche die Pokalauslosung live im VIP-Zelt des FC 05 mitverfolgt hatten. Der SV Sandhausen wurde den 05ern zugelost. Die „Graue Maus“ der 2. Liga, „einer der unattraktivsten Gegner, die man bekommen kann“, so lauteten viele Kommentare.
Fehleinschätzung liebe 05er Fans. Mit dem SV Sandhausen kommt zwar ein Team das in den vergangenen vier Jahren die Saison auf den Plätzen 10 bis 13 beendete, es kommt aber auch ein Team ins Willy-Sachs-Stadion, das mit den Abstiegsplätzen nichts zu tun hatte. Ganz im Gegenteil, in dieser Saison ist man bislang unbesiegt. Nach einer Punktteilung bei Aufsteiger Kiel schickt man am letzten Wochenende den Bundesligaabsteiger Ingolstadt geschlagen nach Hause. „Wir sind nicht nur froh über das Ergebnis, sondern auch über die Art und Weise, wie wir dieses Spiel gewonnen haben. Ingolstadt früh unter Druck setzen und diese individuell so starke Mannschaft nicht ins Spiel kommen lassen. Das ist und gelungen“, so Trainer Kenan Kocak.
Seitdem der gebürtige Mannheimer das Zepter in Sandhausen übernommen hat, hat ein Umdenken im Spielsystem eingesetzt. Unter Kocak setzt die Mannschaft spielerische Akzente, gibt sich nicht betont defensiv und setzt auf Konter.
Aber nicht nur im Spielsystem, auch im Mannschaftsbereich zeigt die Handschrift von Kocak neue Ansätze. Marco Knaller, die seit Jahren gesetzte Nummer 1, sitzt auf der Bank. Überraschend ist für den Österreicher der Rostocker Neuzugang Marcel Schuhen in das Team gerutscht. Bislang hat Schuhen, trotz zweier Gegentore in Kiel, das Vertrauen seines Trainers nicht enttäuscht.
Gesetzte Eckpfosten bei den Hardtwäldlern sind Kapitän Stefan Kulovits, U-21—Nationalspieler Richard Sukuta-Pasu, Philipp Klingmann und Andrew Wooten. Ob der US-amerikanische Nationalspieler Andrew Wooten allerdings in Schweinfurt auflaufen kann, ist noch fraglich. Seine Auswechslung nach seinem Siegtreffer gegen Ingolstadt kommentierte er wie folgt: „Die Auswechslung war nur eine Sicherheitsmaßnahme, da ich einen Schmerz am hinteren Oberschenkel gespürt habe.“ Aber auch ohne Wooten wird Sandhaufen ein Hinkelstein, den zu versetzen es nicht leicht sein wird.

Der FC Schweinfurt 05 in der Außenseiterrolle

Schweinfurt (eva). Nach dem Pokal ist vor dem Pokal, so heißt es, in abgewandelter Form einer alten Fußballerweisheit, in dieser Woche für den FC Schweinfurt 05. Nach der Pflicht, dem Toto-Pokal-Auftakt am gestrigen Dienstag beim TSV Gochsheim steht am Sonntag die Kür an. Zum „Spiel des Jahres“ empfangen die „Schnüdel“ um 15.30 Uhr im Willy-Sachs-Stadion den Zweitligisten SV Sandhausen in der 1. DFB Pokal - Hauptrunde.
Für das Team um Kapitän Marco Janz ist das Spiel gegen die Nordbadenser eine Herkulesaufgabe. Das Team von Trainer Kenan Kocak belegt mit vier Punkten den 6. Platz in der 2. Bundesliga und ist auch für FC-Trainer Gerd Klaus eine „echte Herausforderung“.
IM Spiel des Jahres muss Klaus auf Lukas Kling (fällt nach Außenmeniskusriss für rund drei Monate aus), Lukas Billick (will bitte des Monats wieder ins Training einsteigen) und dem langzeitverletzten Nicolas Görtler verzichten. „Diese Ausfälle treffen uns natürlich hart, aber wir müssen den Verlust so wichtiger Spieler als Mannschaft mit Geschlossenheit kompensieren“, meint Gerd Klaus. Eine besondere Motivation braucht es für seine Mannschaft nicht. Egal wer am Sonntag in der Startformation steh, für jeden Spieler ist dieses Spiel ein Herausforderung in der er nichts zu verlieren hat.
Eine besondere Rolle kommt der Schweinfurter Abwehr um Keeper Alexander Eiben zu. Je länger die Null hält um so größer sind die Chancen des FC 05 durch den in seinem dritten Frühling befindlichen Adam Jabiri einen Nadelstich zu setzen. In diesem Idealfall wäre dann die Pokalsensation perfekt. Wie man einen vermeintlich großen Gegner an den Rand der Niederlage bringt, das haben die 05er im September 1974 bewiesen. Damals war der 1. FC Kaiserslautern mit den schwedischen WM-Spielern Hellström und Sandberg in der 1. DFB-Pokalrunde zu Gast in Schweinfurt. Mit 3:0 führten die 05er bei denen unter anderem Lothar Emmerich auf dem Platz stand, ehe sie sich, unter anderem nach zwei zweifelhaften Elfmetern, mit 3:4 geschlagen geben mussten. Und sollte der Traum von der 2. Pokal-Runde platzen, dann tröstet eine andere Fußballerweisheit: „Es Lebbe geht weiter.“
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