Erstaufforstung in Stadtlauringen als Ausgleich für die Entwicklung eines Gewerbegebietes in Bamberg gestoppt

Traktor-Demo im Sommer (Foto: Markt Stadtlauringen)
Stadtlauringen (red). Verworfen wurden die Pläne, als Ausgleichsfläche für Bamberger Konversionsflächen den Bereich Altenburg auf Stadtlauringer Gemarkung heranzuziehen. Weil dafür rund 40 Hektar wertvolles Ackerland als Ersatz hätte aufgeforstet werden sollen, hatte sich schnell großer Widerstand gebildet. So kam es u. a. auch zu einer größeren Traktor-Demo vor dem Stadtlauringer Rathaus.Zahlreiche Lokalpolitiker hatten sich auf die Seite der Gemeinde Stadtlauringen gestellt und sie konnten nun bei einem Pressetermin im Stadtlauringer Rathaus entwarnung geben.
„Durch die maßgebliche Unterstützung der Bundestagsabgeordneten Dr. Anja Weisgerber und von Staatssekretär Gerhard Eck konnten wir erreichen, dass der von der Bundesforstverwaltung beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Schweinfurt eingereichte Antrag auf Erstaufforstung vorerst nicht weiter bearbeitet und stattdessen in Bamberg und Umgebung alternative Ausgleichflächen gesucht wurden“, sagte Stadtlauringens Bürgermeister Friedel Heckenlauer.
Mittlerweile haben sich sowohl Landwirtschaftsminister Brunner als auch der Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, Staatsminister Huber, dahingehend geäußert, dass ein Ausgleich nach dem Bayerischen Waldgesetz durch Erstaufforstungen nur unmittelbar im Raum Bamberg wirksam erfolgen kann. „Es ist gut, dass dieser Präzedenzfall nun geklärt wurde. Nach Ansicht des Landwirtschaftsministeriums kommen Flächen in größerer Distanz, wie etwa in Stadtlauringen, für einen solchen Ausgleich grundsätzlich nicht in Betracht“, betont Bürgermeister Heckenlauer.
Die Stadt Bamberg hatte mitgeteilt, dass aus dortiger Sicht darauf verzichtet werden kann, für das aktuelle Bebauungsplanvorhaben der Stadt Bamberg externe und im Bundeseigentum befindliche forstwirtschaftliche Ausgleichsflächen im Gemeindebereich Stadtlauringen in Anspruch zu nehmen.
Die Bundestagsabgeordnete Dr. Anja Weisgerber freut sich über den erzielten Erfolg: „In der Auseinandersetzung ‚David gegen Goliath‘ hat die Vernunft gesiegt. Es freut mich, dass in

Stadtlauringen kein waldrechtlicher Flächenausgleich für einen Gewerbepark in Bamberg stattfinden wird. Mein Dank gilt den Mitarbeitern vom Bundesforst, die dieses Thema sachlich angegangen sind und zusammen mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ortsnahe Ausgleichflächen in der Region Bamberg gesucht und gefunden haben.“
Auch aus Sicht von Staatssekretär Gerhard Eck hat sich der gemeinsame Einsatz gelohnt: „Es kann nicht sein, dass sich Städte wirtschaftlich weiterentwickeln und wir im ländlichen Raum – über eine so große Entfernung – dafür die Ausgleichsflächen zur Verfügung stellen sollen. Denn wir wollen keinen Ausverkauf des ländlichen Raums“, so Eck abschließend.
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