Ein Stück Lokalgeschichte ist zurückgekehrt - Einweihung des Höpperlesturm

  Ein Stück Stadtgeschichte ist zurückgekehrt. Am vergangenen Samstag wurde der Höpperlesturm an der alten Stadtmauer gegenüber des Theaters feierlich eingeweiht. Aufgrund der Initiative von Stadtrat Peter Hofmann wurde das Zeugnis der Geschichte ausschließlich aus Spenden wieder aufgebaut.
„Ein Stück Schweinfurt kehrt zurück“ begrüßte die Geschäftsführerin der SPD-Stadtratsfraktion Julia Stürmer die zahlreichen Festgäste. Neben den Ehrenbürgern Gudrun Grieser und Kurt Petzold war zahlreiche Prominenz aus Politik und Wirtschaft sowie zahlreiche Vertreter der Firmen, die durch Sach- und Geldspenden zum Wiederaufbau beigetragen haben bei der Einweihung zugegen.
Vor fünf Jahren hatte Peter Hofmann die Idee, den im Jahr 1943 durch einen Bombentreffer zerstörten Schweinehirtenturm wieder aufzubauen. Anfangs von der Verwaltung belächelt suchte er Mitstreiter welche seine Idee finanziell oder durch Sachspenden unterstützten, da von Seite der Verwaltung auch signalisiert wurde, der Steuerzahler dürfe nicht belastet werden. Bei einem Türkeiaufenthalt hatte Hofmann die zündende Idee zur Realisierung. Bei der Betrachtung des Zeustempel in Euromos las er auf den Säulen die Namen der antiken Stifter des Tempel. „Warum sollte das nicht auch in Schweinfurt umsetzbar sein“, fragte er sich. Gesagt, getan, Hofmann begab sich auf die Suche nach Spender. Und siehe da, die Suche war erfolgreich: „Keine Firma hat mir einen Korb gegeben.“ Nur positive Reaktionen seien aus der Bürgerschaft gekommen, so Hofmann, der als ein Bespiel die, „leider schon verstorbene“ Elfriede Leubner nannte. Die pensionierte Lehrerin spendete 10 000.- Euro.
Im Jahr 2015 begannen die archäologischen Untersuchungen die einen Nachttopf der letzten Bewohnerin zu Tage förderten. Im März diesen Jahres konnten die Bauarbeiten beginnen, die sechs Monate andauerten. Dabei wurden Unternehmerleistungen im Gegenwert von rund 100 000.- Euro von den Firmen erbracht. Ferner kamen rund 70 000.- Euro an Spendengeldern zusammen. „Dieses schicke Bauwerk ist ihr Verdienst. ich hoffe der Turm wird nachhaltig genutzt und bei den Stadtführungen besucht“, so Hofmann abschließend.
Auch Birgit Kerwer, als Sprecherin der Unternehmen, sprach die nachhaltige Nutzung an. Der Turm solle Bürgern und Touristen zugänglich gemacht werden. Die Geschäftsführerin der Firma Holz-Kraus: „Jeder ist stolz hier dabei gewesen zu sein um der Stadt und den Bürgern ein Wahrzeichen zurückzugeben.“ Wie Kerwer betonte werden die Unternehmen gerne wieder in derartige Projekte investieren.
Ein weiteres Projekt sei bereits in Angriff genommen stellte OB Sebastian Remelè fest. Der Schindturm an der Peterstirn wird in Zusammenarbeit mit dem Rotary-Club restauriert. Remelè dankte dem Initiator, der das Projekt „in Hofmannscher Beharrlichkeit“ verfolgt habe. Der Wiederaufbau sei ein Zeichen des Bewusstseinswandel in Schweinfurt. Habe man in den 70er Jahren noch Türme und Mauern eingerissen, werden sie heute wieder aufgebaut. Dies so Remelè sei wohl auch eine Reaktion auf die Globalisierung. Sein Dank galt Spendern, Firmen und Verwaltung die gemeinschaftlich zeigten, zu was eine engagierte Bürgerschaft in der Lage ist.
Abschließende Worte gab es von Roberto Nernosy, der sowohl für die Sparkasse Schweinfurt als auch für die VR-Bank sprach. Drei Punkte seien maßgeblich für die Unterstützung gewesen: Regionale Unternehmen, die die Stärke der Region ausmachen, der Turm sei ein Gegenstand von hoher Nachhaltigkeit und Hofmanns Bereitschaft Visionen umzusetzen.
Bevor Sängerin Selena De Leòn und Mad Bob die Gäste musikalisch durch den Nachmittag begleiteten folgte die obligate Schlüsselübergabe von Peter Hofmann an OB Remelè.
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