Ein gelungene Jubiläumsgala zum Abschied aus dem Antonsaal - Fünf Stunden Spaß, Tanz und Comedy

  Sie ist die Jüngste und die „Kleinste“ unter den drei Schweinfurter Karnevals-Gesellschaften, die Antöner Narrenelf. Dass man sich aber mit den vermeintlich „Großen“ durchaus messen kann, davon waren die Gäste am Ende der diesjährigen Auftaktsitzung fest überzeugt. Die Jubiläumssitzung „44 Jahre Antöner“ bietet hintergründige Büttenreden wie Schenkelklopfer, tänzerische Höhepunkte und tänzerische Slapstick`s und Comedy.
„Mit 44 ist noch lange nicht Schluß“ begrüßten die „Tönis“ die Gäste. Das Jubiläumslied sollte schon zu Beginn verdeutlichen, auch wenn man nach 44 Jahren aus dem Geburtshaus, dem Antonsaal, ausziehen muss, die Geschichte des Antöner Fasching wird weitergeschrieben. 2017 eben im Pfarrsaal Peter & Paul.
Mit einem schmissigen Polkatanz eröffnete die Schülergarde den Reigen der Auftritte. Die 15 jungen Mädels im Alter von fünf bis zwölf Jahren heizten den Gästen gehörig ein. Weniger schwungvoll dafür hintergründig und mit geschliffener Zunge kennt man den „Kleinen Mann“, Günter Siebenbürger. Der Weltpolitik hat er sich verschrieben, zieht seine Schlüsse aus dem Brexit, der US-Wahl, den Säuberungsaktionen von Erdogan oder den Auftritten der AfD. Den etablierten deutschen Parteien schreibt er ins Buch: „Egal ob Schwarz oder Rot - die Mannschaften sind beide tot.“
„Happy Birthday Anton“, könnte eine Hommage an die schwarzgekleideten Herren auf den Elferratsstühlen sein. Viel denkbarer ist aber, es ist ein Dankeschön der Tanzmäuse an ihre Gesellschaft. Unter ihrer Trainerin Constanze Niklaus zeigen die 21 Minis eine lustige Geburtstagsparty bei der die Polonaise nach…. natürlich auch nicht fehlen darf.
Dass die Antöner im Gardebereich einen großen Zulauf verzeichnen, das unterstreicht im Anschluss die Juniorengarde bei ihrer Polka. Auch hier hat Trainer Christopher Breitkopf keine Nachwuchssorgen.
„Hilfe, mein Joker ist Rentner“, die Rolle der „nörgelnden“ Gattin ist Karin Dekant auf den Leib geschrieben. Nachdenklich macht jedoch das zustimmende Kopfnicken mehrerer weiblichen Sitzungsgäste auf Anspielungen wie: „Mein Schummler schimmelt“ „Meister der Fernbedienung“ oder „Sein Erscheinungsbild ist kein Gewinn“.
Tänzerisch geht es weiter. Nach Jahren der Abstinenz haben die Antöner mit Michelle Jucknieß und Lena Zürl wieder zwei Tanzmariechen. Wie den beiden Mädels gehört auch Jan Nenninger die Zukunft. Nach seinem erfolgreichen Einstand 2016 setzt er diesmal noch ein Pfund drauf. Seine Bütt über die Klassenfahrt nach Berlin unterstreicht seinen Anspruch: “In der Bütt bin ich der Star“.
Seit zehn Jahren kommentieren sie spitzbübisch und süffisant das Schweinfurter Stadtgeschehen. Umgedichtete Ohrwürmer mit gängigen Refrains lassen die Gäste mitsingen. Unter dem LED-Licht im DrUSchn-Weg beleuchten sie die Preispolitik im Silvana und ziehen Rückschlüsse aus dem Sandabbau bei Oberndorf, dort wo demnächst das Glöckle-Bad entstehen wird. Archäologische Ausgrabungen in Oberndorf, die „Schnelligkeit“ der Baufirmen bei den Straßenbauarbeiten in der Innenstadt, das Schweinfurter Weihnachtssingen im Stadion sind weitere Themen der fünf Entertainer. Das beste zum Schluss: Was ist ein Jubiläum? „Wenn eine Null von einer Null für eine Null gedankt wird.“
Der schwungvolle Start in die zweite Sitzungshälfte obliegt der Hauptgarde mit ihrer Polka. Warum es für Elisabeth Vornberger nie zu einem Solo- oder Gesangauftritt gereicht hat, das stellt die langjährige Akteurin eindrucksvoll unter Beweis. Egal welches Musikinstrument sie aus Topf oder Koffer hervorholt, die schrägen Töne sind vorprogrammiert. Disneys Cinderella Story haben sich die Junioren verschrieben. Trainerin Nadine Mauer hat ihre Mädels perfekt in Szene gesetzt. Als Spezialist für`s Oberstübchen outet sich Thomas Blumenau. Sein Wahlspruch als Psychiater lautet: „Gott erhalte uns die Doofen“.
Zwei Dinge die nicht zusammenpassen, Zartgemüse und Schokolade, vereinen die UHU`s auf der Bühne. Präsentiert wird auch die neue zarteste Versuchung seit es Schokolade gibt: Das UHUEi.
Die Trommel und sein Humdada sind das Markenzeichen des Paukenverslers. Auch wenn sich Gesellschaftspräsident Peter Stößel intensiv mit dem Fuß auseinandersetzt, sein Abschlussvers lautet: „Liebe, Bier und Fußballspiel, zum Glücklichsten da brauchst nicht viel!“
Vom Baby-Boogie über den Candyman zu den Blues Brothers, das Männerballett portraitiert Mann vom Babyalter bis zum….Der personifizierte Werbebotschafter der Brauerei Roth entert im Anschluss die Bühne. Ok,er versucht sie zu entern, sein „Säufer-Rollator“ erweist sich aber zu sperrig für den Bühnenaufgang. Wie gut wenn man Präsident ist, dann muss es eben das Personal richten. Auf der Bühne angekommen holt sich Maurice Breitkopf in Windeseile eine Schankerlaubnis von Ordnungsreferent von Lackum ab. Das selbige nur für Freibier gilt soll des Präsidenten Volk hoch erfreut haben.
Breitkopf zieht einmal mehr alle Register holt sich Mimik- und wortgewaltig einen Applaus nach dem anderen. Vier Jahrzehnte Welthits sprudeln aus der Jukebox als die Hauptgarde mit ihrem Showtanz zum Finale einläutet. Ob als Tänzer oder Trainer, Christopher Breitkopf, zeigt dabei eine weitere Bestleistung.
Standing Ovationes beim großen Finale. Abspann: Wie in den Gründerzeiten wandert der Mond durch den Antonsaal, stimmen die Besucher die Hymne: „Guter Mond“ an. Die anschließende Polonaise durch den Saal deutet die Aufbruchstimmung für die kommenden Jahrzehnte an: „Die Karawane zieht weiter“ an das Hochfeld. Bis es soweit ist kann man bei den Sitzungen am 10. und 17. Februar noch einmal die St. Anton Atmosphäre erleben. Für diese beiden Freitagssitzungen gibt es noch einige wenige Karten. Alle anderen Sitzungen sind ausverkauft.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.