Ein fulminanter Nachsommerauftakt: Mit „Fuck you Wagner“ zeigen die Tänzer der Dancefloor Destruction Crew ihr Können

(Foto: Merkl)
 
(Foto: Merkl)
Richard Wagner meets Breakdance – mit dieser Crossover-Produktion soll der Wagner-Gral im September aus der Festspielstadt Bayreuth weiter in die Nachsommer-Stadt Schweinfurt ziehen. Ein künstlerisches Experiment, ein gewagter Titel, doch die vier Shows sind fast restlos ausverkauft! Und weil es so schön ist, gibt es nun eine weitere Zusatzshow – am Dienstag, 20. September.
Die Auftragsproduktion der Stadt Schweinfurt feierte ihre Premiere am Freitag, 9. September, eröffnet damit gleichzeitig den diesjährigen Nachsommer und weiht die neue, große SKF Halle 411 ein. Weder die Tänzer der Dancefloor Destruction Crew noch Christoph Hagel haben Angst vor Neuem. Zusammen stellten sie bereits die erfolgreiche Show „Breakin‘ Mozart“ auf die Bühne, eine Verbindung von Mozarts Musik und urbanem Streetstyle. Nun ist es also Wagner, und auch hier lassen sich keinerlei Berührungsängste ausmachen – auch wenn seine Musik vielen als Herausforderung gilt. Leitmotive aus Richard Wagners Opern stehen im Mittelpunkt und werden in moderne Bewegungen aus Breakdance, Modern Dance und Artistik umgesetzt, teilweise musikalisch bearbeitet und mit fetzigem Beat unterlegt. Einige der berühmtesten Stücke von Wagner, zum Beispiel das Vorspiel zu Tristan und Isolde, werden von Daniel Hoffmann am Cello und Christoph Hagel höchstpersönlich am Klavier interpretiert. So werden Wagners Figuren – Lohengrin, Meistersinger und Tristan, Beckmesser, Siegfried, Parsifal und Isolde – zu Archetypen der Jugendkultur. Der Titel der Produktion soll natürlich provozieren, doch niemand muss Sorge haben, dass Richard Wagner verunglimpft werden könnte. Christoph Hagel erklärt: „Wir versuchen, uns Wagner von zwei Seiten zu nähern: von der ernsthaften, wie in Isoldes Liebestod oder im Siegfried-Idyll, und der lustigen Seite aus, mit Teilen der Walküre oder der Prügelszene aus den Meistersingern.“ Wenn man sich dann noch vor Augen hält, dass ein erfolgreicher deutscher Kinofilm mit Goethe im Titel auch keinen Sturm der Entrüstung verursacht hat, dann steht auch einer jungen, frischen Annäherung an den Meister der komplexen Opern, der durchkomponierten Musikdramen und der epischen Geschichten. Noch klarer wird der Titel „Fuck You Wagner!“, wenn man sich das Setting der Geschichte vergegenwärtigt: Wagners Helden sind Schüler in einer Klasse, Lohengrin aka Wagner kommt neu in eine Klasse und trifft dort auf Siegfried, der gegen Drachen kämpft, Streber Beckmesser, eine junge Lehrerin, die sich unsterblich in einen Schüler verliebt wie Isolde in Tristan. Wagner/Lohengrin kommt als neuer Schüler in die Klasse, besiegt die Ablehnung und geht doch am Ende wieder fort: Der Transfer in ein modernes Klassenzimmer eröffnet neue Möglichkeiten, Wagners Figuren mit der modernen Jugendkultur in Einklang zu bringen und auch aktuelle Probleme aufzugreifen. Damit das auch wirklich funktioniert, gehen die Tänzer in der Choreografie neue Wege und setzen verstärkt auf Videoprojektionen. „Wir wollen etwas auf die Bühne bringen, was man so noch nicht kennt“, so die einhellige Meinung aller Beteiligten. „Ich bin stolz auf die Breakdancer der DDC, die mit ihrer Kunst als Botschafter der Stadt Schweinfurt fungieren. Mit ihrer neuen Produktion werden sie beim diesjährigen Nachsommer Schweinfurt sicher für Furore und große Begeisterung sorgen“, so der Schweinfurter Oberbürgermeister Sebastian Remelé. Auch das Team vom Nachsommer freut sich auf die erste eigene Produktion, sie schon jetzt Großartiges verspricht, schließlich waren die vier Shows schon nach kurzer Zeit ausverkauft. Inzwischen ist es gelungen, eine fünfte Show auf den Spielplan des Nachsommer zu nehmen: Am Dienstag, 20. September, um 19.30 Uhr in der neuen SKF Halle 411. Wer also nicht genug von der Show bekommt oder an den anderen Tagen keine Zeit hatte kann jetzt zuschlagen.
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