Ehrenamtlich aktiv mit Behinderung

"Freiwilliges Arbeiten ist eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung": Darin sind sich Undine Störkel (2. v. l) und Matthias Götz (3. v. l.) einig. Während eines Workshops zum Thema "Ehrenamt für Menschen mit Behinderung" berichteten sie den Teilnehmern von ihren persönlichen Er-fahrungen.
Workshop in Leichter Sprache zeigt Möglichkeiten auf

| Schweinfurt - "Schön, dass Du da bist": Mit diesen Worten begrüßen die Kinder des Schweinfurter St.-Lukas-Kindergartens Undine Störkel, wenn sie zu ihrem Ehrenamtseinsatz kommt. Störkel ist Rentnerin, körperbehindert und auf den Rollstuhl angewiesen. Einmal in der Woche besucht sie den St.-Lukas-Kindergarten, um Bücher vorzulesen oder mit den Kleinen zu spielen. Das bringt nicht nur ihr was, auch die Kinder sind begeistert, und die Resonanz von Seiten des Kindergartenteams und der Eltern ist überaus positiv.

Am Samstag haben Undine Störkel und Matthias Götz, ebenfalls mit Handicap, Interessierten von ihrem freiwilligen Engagement erzählt. Sie taten dies im Rahmen eines Workshops in Leichter Sprache. Angeboten wurde dieser vom zur Lebenshilfe Schweinfurt gehörenden Freizeitnetzwerk der Offenen Hilfen und der Freiwilligenagentur GemeinSinn des Bayrischen Roten Kreuzes in der Schweinfurter OBA. Das Ziel: Menschen mit Behinderung zu ermutigen, selbst ehrenamtlich aktiv zu werden.

Während des von Aktion Mensch geförderten Workshops beantworteten Thomas Schüler vom Freizeitnetzwerk und Karin Eberle von der Freiwilligenagentur GemeinSinn viele Fragen rund um das Thema "Ehrenamt". Zudem erarbeiten die Teilnehmer mit Piktogramm-Karten zum Ausschneiden und Aufkleben einen persönlichen Aktions- und Interessenplan in Leichter Sprache.

"Ich würde jedem empfehlen, sich ehrenamtlich zu engagieren, weil‘s Spaß macht, man Leute trifft und zudem noch sinnvoll seine Freizeit verbringt", brachte Matthias Götz seine Erfahrungen auf den Punkt. Er ist über die Freiwilligenagentur Gemein-Sinn zum Schweinfurter Rot-Kreuz-Laden gekommen. Hier hilft er beim Sortieren der Ware, beim Bestücken der Regale oder bei der Ausgabe der Waren. Den Einsatz im St.-Lukas-Kindergarten haben Undine Störkel die Offenen Hilfen vermittelt. Ihre Zeit dort mit den Kindern genießt Störkel sehr. Besonders schätzt sie deren offene und ehrliche Art und deren ungezwungenen Umgang mit ihrer Behinderung. Denn das sei das Hauptziel ihres Einsatzes im Kindergarten: "Kindern die Scheu vor dem Rollstuhl nehmen." Und wenn die Kinder auf ihren Schoß klettern, um mit ihr ein Buch anzuschauen, dann kann Undine Störkel sagen: "Ziel erreicht!"

Im Sinne des Inklusionsgedankens möchten die Offenen Hilfen und die Freiwilligenagentur GemeinSinn mehr Menschen mit Handicap für das Ehrenamt begeistern und sie bei der Vermittlung in eine passende Tätigkeit unterstützen. Auch Interessenten, die Begleitung bei der Ausführung einer Ehrenamtsarbeit benötigen, können sich an die beiden Einrichtungen wenden.
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