" Dünnes Eis ist lebensgefährlich! "- Wasserwacht warnt vor Gefahren

Der Temperatursturz vor einigen Tagen hat dazu geführt, dass sich auf den Seen eine Eisschicht gebildet hat. Die Kreis-Wasserwacht Schweinfurt warnt jedoch eindringlich davor, die Eisflächen zu betreten. Noch ist die Eisdecke zu dünn. Es besteht Lebensgefahr!

Damit Eis eine Person mit 75 Kilo Körpergewicht tragen kann, muss es mindestens zehn Zentimeter dick sein. Für kleinere Personengruppen sollten es mindestens 15 Zentimeter sein. „Damit das Eis so dick wird, braucht es einige richtig kalte Tage“, erklärt Frank Warmuth, Technischer Leiter der Kreis-Wasserwacht Schweinfurt. Doch auch wenn das Eis am Rand schon dick genug ist, heißt das nicht, dass es überall Menschen tragen kann. „Strömungen unter dem Eis sind von außen nicht sichtbar und können gefährlich dünne Eisstellen erzeugen. Daher ist beispielsweise die Eisdecke auf dem Sennfelder See, der anders als der Baggersee Schweinfurt über relevante Zu- und Abflussmengen verfügt, häufig dünner als auf dem Baggersee.“

Auch wenn das Eis recht dünn ist, das Wasser ist sehr kalt. „Wer ins Eis einbricht verliert bei den niedrigen Wassertemperaturen schnell das Bewusstsein und läuft so Gefahr zu ertrinken“, warnt der Technische Leiter. Deshalb der Rat: „Eisflächen auf natürlichen Gewässern besser meiden und zum Schlittschuhlaufen lieber auf eine Eislaufbahn.“

Wer dennoch ins Eis einbricht sollte unbedingt
• laut um Hilfe rufen,
• in jedem Fall vermeiden, dass er unter das Eis gerät,
• sich so wenig wie möglich bewegen, um möglichst wenig Körpertemperatur zu verlieren.

Zeugen eines solchen Unfalls sollten
• sofort Hilfe holen über die Notrufnummern 112,
• die eingebrochene Person beruhigen,
• mit Hilfe von Hilfsmitteln wie Rettungsring, Leitern (teilweise an Seen am
Uferbereich vorhanden), Ästen, Abschleppseil oder ähnliche Gegenstände die
zur Verfügung stehen, die eingebrochene Person absichern,
• nur ins eisige Wasser gehen, wenn sie selbst über eine dritte Person mit einem
Seil gesichert sind.

Um für Eisrettungseinsätze fit zu bleiben, nutzt die Schweinfurter Kreis-Wasserwacht und Wasserwachten aus benachbarten Landkreisen zusammen mit den Feuerwehren aus Schweinfurt, Schwebheim und Sennfeld die aktuelle Eislage für eine Eisrettungsübung.
Anders als der Ersthelfer verfügen die Einsatzkräfte der Wasserwacht über professionelle Eisrettungsmittel mit ausreichend Auftrieb, um auch beim Bruch des Eises die eingebrochene Person sicher zu erreichen, schonend zu retten und sicher an das Ufer zu transportieren.
Für den Fall, dass verunfallte Personen unter das Eis geraten, stehen Rettungstaucher bereit.

Wenn es Ersthelfern gelingt, den Verunfallten ans Land zu ziehen, ist es wichtig, ihn unbedingt vor Kälte zu schützen und möglichst wenig zu bewegen. Ist der Verunfallte bewusstlos muss er in die stabile Seitenlage gebracht werden, hat er einen Herz-Kreislauf-Stillstand, muss umgehend mit der Wiederbelebung begonnen werden.
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