Die Kissinger Wölfe stehen auf dem unterfränkischen Eishockeythron – Das Wolfsrudel schreibt Geschichte

Kissinger-Wölfe-Kapitän Simon Eirenschmalz mit selbst gebasteltem Pokal. (Foto: Saale-Zeitung/Hopf)
Bad Kissingen (eva). Als am vergangenen Sonntagabend in der Kissinger Eishalle die Schlussirene ertönte brach ein ohrenbetäubender Kugel aus. Ein Jubel, den die Kissinger Eishalle bis dato noch nicht erlebt hatte. Die Wölfe hatten an diesem Abend Geschichte geschrieben, hatten den Aufstieg in die Eishockey-Bayernliga sportlich erreicht.
„Das wir soweit gekommen sind, das hat niemand erwartet. Das war das absolute Maximum was diese Mannschaft abgeliefert hat“, freute sich Präsident Michael Rosin über den Triumph. Ein Triumph in zweifacher Hinsicht, durch den Aufstieg ist (wäre) Bad Kissingen die am höherklssigsten spielende unterfränkische Mannschaft und hätte sich damit erstmalig an Hassfurt und Schweinfurt vorbei auf den unterfränkischen Eishockeythron geschoben.
Der Weg zum Triumph war dornenreich. In der Vorrunde blitze zwar manchmal das spielerische Potenzial der Minitruppe auf, letztlich reichte es aber nicht zum hohen Treppchen. Dies änderte sich in der Zwischenrunde. Kissingen setzte ein Ausrufezeichen nach dem anderen. Der Lohn, als Tabellenerster zog man in die Play-off. Hier hätte man gerne im Halbfinale gegen Schweinfurt gespielt, so Rosin. Die Dogs spielten leider nicht mit und so musste man Königsbronn aus dem weg räumen um ins Finale zu kommen. Der Gegner dort: Der ehemalige Rekordmeister EV Füssen. Auch wenn man im Allgäu verpfiffen wurde, „es war eine wunderbare Erfahrung für die Mannschaft vor so einer tollen Kulisse zu spielen.“
Füssen holte sich den Titel, die Wölfe hatten eine zweite Chance gegen den Bayernligareleganten Germering Wanderers. Diese Chance nützen Nemirovsky und Co. Zwar ging das erste Match verloren, dann gewannen die Wölfe in Germering mit 8:3 und im Entscheidungsspiel waren es Niko Grönstrand und Chad Evans, die zum 2:1 Sensationssieg trafen.
Ob die Wölfe in der kommenden Saison jedoch Bayernliga spielen, dahinter stehen große Fragezeichen. Das größte Problem ist die Eishalle. Zwar gibt es zwei Investoren, die die Halle übernehmen würden, die Stadt hat jedoch bislang keine Entscheidung getroffen. Auch wenn Rosen unterstreicht: „Normal gehört die Eishalle in öffentliche Hände, das ist meine Meinung“, wenn die Stadt kein Interesse an der Weiterbetreibung hat, dann sollte ziemlich schnell über den Verkauf verhandelt werden.
Punkt zwei, der höhere Etat. „Der wirtschaftliche Aspekt ist immens. Wir müssen bis zu 70 000.- Euro mehr aufbringen. das ist keine Leichtigkeit“, so Rosin, der auch beim dritten Punkt Handlungsbedarf sieht. Ein Bayernligist muss drei Nachwuchsmannschaften, darunter eine U8 melden. Das ginge aber wohl nur in Zusammenarbeit mit einem weiteren Verein (Schweinfurt, Hassfurt). Egal welche Problemberge anstehen, die Hallenfrage ist vorerst die Wichtigste. Alternativ gäbe es vielleicht ein Ausweichen in ein anderes Eisstadion. „Ich kann mich erinnern, wir haben schon einmal eine Saison auswärts gespielt.“ Für Rosin wäre dies kein Glücksfall, aber die Mannschaft und die Fans hätten es sich verdient.
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