Der FC Schweinfurt 05 schreibt Pokalgeschichte

"Auswärtssieg, Auswärtssieg", skandierten die rund 200 Fans des SV Sandhausen als Lucas Höler in der 11. Spielminute  nach einem groben Abwehrfehler der 05er das 0:1 für den Zweitligisten im Willy-Sachs-Stadion erzielt hatte. "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin", sangen die Fans der Grün-Weißen als in der 94. Minute Schiedsrichter Dr. Robert Kampka die Partie abpfiff. Die Partie, in der der 1. FC Schweinfurt 05 Pokalgeschichte geschrieben hat. Mit 2:1 hatte man gegen den nordbadischen Zweitligisten gewonnen und war erstmals in der Vereinsgeschichte in die 2. DFB-Pokal-Hauptrunde eingezogen. Ein Erfolg, den man mit dem des Zweitbundesligaaufstiegs im Jahr 200 gleichsetzen kann. Überraschungen gab es in den Aufstellungen beider Mannschaften. Beim FC Schweinfurt blieb Marco Janz vorerst auf der Bank, dafür stand Herbert Paul in der Stammformation. Bei Sandhaufen fehlte Wooten und im Tor gab Trainer Kocak dem Österreicher Marco Knaller den Vorzug vor Marcel Schuhen. Das Spiel begann aus Sandhäuser Sicht wie man es sich erhofft hatte, bereits nach 11 Minuten lag man vorne. Nun konnte man sein Spiel spielen, den Gegner kommen lassen, auf Konter warten. Bis zur 45. Minute ging der Plan auf, Schweinfurt war bemüht, mehr ging aber nicht. 

Willsch und Krautschneider treffen ins Sandhäuser Herz

Acht Minuten waren in der 2. Halbzeit gespielt, da geht Marius Willsch auf rechts davon und wuchtet das Leder unhaltbar für Knaller in das Sandhäuser Gehäuse (53.). Langsam erwachten wieder die Schweinfurter Fans, feuerten ihre Elf an. In der 62. Minute segelt eine Flanke in den Sandhäuser Strafraum. Marco Knaller irrt durch den Sechzehner und Steffen Krautschneider netzt eiskalt zum 2:1 ein. Jetzt lag es an dem bis dato unbesiegten Zweitligisten zu zeigen, das er auch spielerische Akzente setzen kann. Dies gelang ihm aber nicht. Zwar versuchte man Druck vor dem Schweinfurter Tor aufzubauen, musste aber letztlich bei den Kontern der Grün-Weißen auf der Hut sein. 
Vier Minuten gab es drauf, vier Minuten in denen Sandhausen sein Manko präsentierte, es fehlt an einem Vollstrecker. Als Dr. Kampka nach 94 Spielminuten abpfiff kannte der Jubel im Grün-Weißen Lager keine Grenzen mehr. Der 1. FC Schweinfurt 05 hatte die 2. DFB-Pokal-Hauptrunde erreicht. "Einfach gigantisch", freute sich FC-Marketingleiter Steffen Reiser. Auf seinen Lieblingsgegner muss er jedoch verzichten, der HSV Strecke in Osnabrück die Segel. Ganz andere Sorgen hatte derweil Sandhaufens Nejmeddin Daghfous. Als ihm sein Ex-Mitspieler Adam Jabari trösten wollte, winkte der Tunesier schlicht ab, zu tief saß der Frust.  



 
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