Der Bauverein feiert sein 100-jähriges Jubiläum – Bezahlbarer Wohnraum für die breiten Schichten

Die Ehrenurkunde der IHK gab es zum 100. Geburtstag für den Bauverein. Das Foto zeigt v.l.: Klaus Krug und Birgit Umhöfer (Vorstände des Bauverein). Dieter Pfister (Vize-Präsident der IHK), Aufsichtsratsvorsitzenden Thomas End und Vorstand Günter Schmidt. (Foto: Valtin)
 Schweinfurt (eva). Eine 100-jährige Erfolgsgeschichte in knapp zweieinhalb Stunden aufzuarbeiten, dabei das wesentliche nicht vergessen, die Zukunft mit einzubinden und dies in einer Mischung aus Kurzweil und Information, diese Mixtur ist dem Bauverein bei seinem Festakt zum 100. Geburtstag in beindruckender Weise gelungen. Keine langatmigen Reden und keine sich abwechselnden Geburtstagsständchen waren angesagt. Vielmehr entführte das Köllner Frauen-Quartett „Femmes Fatales“ in die glamourösen 20er Jahre, in kurzen Filmbeiträgen sah man die Wohnrealität zu Beginn des 20. Jahrhunderts und Zeitzeugen diesen die Geschichte des Bauverein lebendig werden.
Thomas End, Aufsichtsratsvorsitzender des Bauvereins sprach von einer „herrlichen Location“,der Halle der Bauinnung Schweinfurt, „die so sehr zu unserer Genossenschaft passt.“ End griff den Genossenschaftsgedanken auf, der heute genau so wichtig sei wie bei der Gründung vor 100 Jahren. Dieser Gedanke passiere auf den drei Eckpfeilern Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung. Mit 3000 Mitgliedern und 1800 Wohnungen sei man gut aufgestellt, biete bezahlbaren Wohnraum für breite Schichten.
„Günstige Wohnungen zu sozial verträglichem Preis“, so Vorstand Klaus Krug sei die Zielsetzung des Bauverein. Dies erreiche man in dem man bei Neubauvorhaben nicht dem Trend folge und indem man Objekte sehr langfristig bewirtschafte. Was in der Jetztzeit Sorge bereite seien die Bürgerinitiativen die sich bei Neubauprojekten gründen und die Flut an gesetzlichen Vorlagen.
Die Flut der angewachsenen Vorschriften sprach auch Xaver Kroner, Direktor des Verbandes bayerischer Wohnungsunternehmen an. Von 5000 auf 20 000 sei die Zahl der gesetzlichen Vorschriften angewachsen. Mi einher geht eine Kostenexplosion, hatten im Jahr 1994 noch 600 Millionen Mark für die Entstehung von 14 000 Sozialwohnungen gereicht, so reichte im Jahr 2016 der Betrag von 600 Millionen euro gerade für 3500 Wohnungen. „Die Rahmenbedingungen müssen sich ändern, wenn weiterhin preisgünstiger Wohnraum geschaffen und geboten werden soll“, schloss Kroner.
Filmausschnitte mit Zeitzeugen gaben ein beeindruckendes Bild von der Geschichte des Bauverein. Die Ehrenbürger der Stadt, Gudrun Grieser und Kurt Petzold, erinnerten an die Bedeutung der Wohnbaugenossenschaft, die als erste den Sprung an den Deutschhof wagte und erste Wohnungen für Rollstuhlfahrer entstanden, so Kurt Cize. Edith Ungemach, Edmund Wels und Horst Werberich erinnerten an den wenigen, zur Verfügung stehenden, Wohnraum nach Kriegsende. Horst Siebenlist blickte auf die Einführung der EDV zurück und Jochen Müller gratulierte zu 100 Jahre Erfolgsgeschichte.
Damit auch die Ehrengäste zumindest einmal in Erscheinung traten, dafür sorgte Festredner Peter Kuhn. MdB Anja Weisgerber, Innenstaatssekretär Gerhard Eck, MdL Kathi Petersen erfüllten in „Ermangelung von Merkel und Seehofer“ die politische Pflicht. Am Ende des Festaktes stand End. Thomas End dankte allen Mitarbeitern ohne deren Einsatz man „heute nicht hier stehen und feiern könne.“ 
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