Deesis in ausgezeichnetem Erhaltungszustand

Bereits 1993 hat Dipl.-Ing. Fritz Glöckle der Stadt Schweinfurt eine Sammlung von 37 russischen Ikonen als Dauerleihgabe zur Präsentation in der Galerie in der Alten Reichsvogtei übergeben. Im September 1999 ergänzte er diese Leihgaben um weitere Ikonen, so dass seitdem 40 Ikonen des 16. bis 19. Jahrhunderts in einem eigenen Raum im Gunnar-Wester-Haus ausgestellt werden. Aus dem Wunsch heraus, seine Ikonen-Sammlung dauerhaft zu bewahren, hat Herr Glöckle gemeinsam mit der Stadt Schweinfurt am 20. Dezember 2001 die Fritz Glöckle Kulturstiftung errichtet und insgesamt 106 Ikonen der Stadt geschenkt. Weitere kamen in den folgenden Jahren hinzu. Der frühere Bauunternehmer hat außerdem den Druck eines Bestandskataloges seiner Sammlung ermöglicht. Seit seinem 90. Geburtstag am 16. März 2003 sind diese wertvollen Ikonen erstmals dauerhaft in den Räumen des Museums Gunnar-Wester-Haus zu sehen.
Nun konnte diese Sammlung um drei weitere Kunstschätze erweitert werden. Es handelt sich dabei um eine Deesis. Diese ausgezeichnete Palecher Arbeit aus der Zeit um 1800 befindet sich im originalen Erhaltungszustand. Gezeigt werden die drei zentralen Personen der Deesis auch Triporphos oder Trimophion, erläuterte Andrea Brandl, Leiterin der Museen und Galerien Schweinfurt.
Christus ist in der Mitte frontal abgebildet, Maria und Johannes der Vorläufer wenden sich demütig dem Herrscher des Alls zu. Thematische Vorlagen der Deesis sind die orientalischen Marienlegenden. Nach ihnen bitten die Gottesmutter und Johannes der Täufer beim Jüngsten Gericht den Weltenrichter um Gnade für die Menschheit. Die Gottesmutter symbolisiert die Kirche und das Neue Testament, während Johannes das Alte Testament und die Synagoge vertritt.
Im Rahmen der Vorstellung wurde außerdem verkündet, dass Dr. Jürgen Lenssen, der scheidende Kunstreferent und ehemalige Würzburger Domkapitular einen Vortrag mit dem Thema „Transparenz der Transzendenz“ zu den Ikonen in der Sammlung Fritz Glöckle halten wird. Dieser ist für Dienstag, 9. Januar 2018 um 19 Uhr im Museum Gunnar-Wester-Haus vorgesehen.
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