City-Managerin soll innerstädtischen Handel auf Vordermann bringen – Neues Stadtentwicklungskonzept vorgestellt

Wirtschaftsförderer Hans Schnabel, Magdalena Relle (CIMA), Oberbürgermeister Sebastian Remelé, die neue City Managerin Svenja Melchert und Dipl.-Geogr. Michael Seidel (CIMA).
Schweinfurt (el). Der Geschäfteleerstand in der Schweinfurter Innenstadt ist unverkennbar. Dies allein auf die Stadtgalerie und den Online-Handel zu schieben greift zu kurz, hat Oberbürgermeister Sebastian Remelé beim Neujahrsempfang ebenso betont, wie in dieser Woche bei der Vorstellung der City-Managerin Svenja Melchert.
Deren Stelle war neu geschaffen worden, um ein Scharnier zwischen den Interessen des innerstädtischen Handels und dem Stadtentwicklungsplan zu schaffen. An Investitionsfreude der Stadt mangelt es nicht. Nach wie vor sprudelnde Gewerbesteuereinnahmen lassen genügend Spielraum um neue Ideen zu verwirklichen. Neben der Einstellung einer City-Managerin wurde mit der Cima Beratung und Management GmbH ein externes Unternehmen mit einer Analyse beauftragt. Deren Ergebnisse fruchtbar auf den innerstädtischen Handel zu übertragen wird eine weitere Aufgabe der City-Managerin sein.
Remelé sieht auch für die Zukunft einen fruchtbaren Boden für innerstädtisches Leben. Dies umfasse nicht nur den Handel, auch gute Lebensbedingungen und ein kulturelles Angebot. Bezüglich der Erschließung neuer Wohnräume sei man auf einem guten Weg befand er. Und Nachfrage nach innerstädtischen Wohnraum sei nach wie vor vorhanden. Die kulturellen Möglichkeiten in Schweinfurt seien zudem sehr adäquat. Mit dem neuen iCampus erhofft man sich im Zuge von Synergieeffekten jüngere Konsumentenschichten zu erschließen.
Michael Seidel von der Cima sah dennoch Nachholbedarf. Wie er schon bei der Anfahrt feststellte war die Lenkung zu den Parkhäusern zwar sehr gut, doch nach dem Verlassen derselben gab es nur noch Hinweise zu den kulturellen Einrichtungen. Die Online-Präsenz vieler Geschäfte finde häufig gar nicht statt, wobei es dabei nicht einmal um große Online-Shops gehe, sondern allein um die Auffindbarkeit über Suchmaschinen. Das Internet können durchaus auch hilfreich sein. Hier gebe es weitere Ansatzpunkte.
Jens Drescher vom Einzelhandelsverband sah das „einzig beständige im Handel, das sei der Wandel“. Schweinfurt sei nicht nur mit sich selbst in Konkurrenz, sondern auch mit den benachbarten Städten. Gerade aus dem Umland kommen noch viele „in die Stadt“ zum Einkaufen. Diese Handel müsse mit Menschlichkeit und Persönlichkeit belebt werden. Der Handel würde sich in diesem Zusammenhang auch komfortablere Parkmöglichkeiten wünschen. Die Inhaber ihrerseits sollten Parktickets nicht erst auf Verlangen herausgeben, sondern diese ihren Kunden anbieten. „Suboptimal“ seien Aktionen, wie von einigen Supermarktketten, die Parkgebühren erheben und bei Verstößen dagegen die doppelte Summe wie die öffentliche Hand erheben.
Die neue City-Managerin Svenja Melchert soll all diese Aufgaben koordinieren und ihr Platz wurde deshalb bewußt als Vollzeitstelle im Rathaus angesiedelt, betont der Oberbürgermeister. Die Stelle war bundesweit ausgeschrieben worden und die 28-jährige hatte sich am Ende gegen 63 Mitbewerber durchgesetzt. Svenja Melchert stammt ursprünglich aus Goslar. Sie sei keine „Wunderwaffe“ und könne auch niemanden davon abhalten Online einzukaufen, federte Remelé gleich zu Beginn allzu hohe Erwartungen ab.
Die neue City-Managerin betonte trotzdem, dass sie hohe Erwartungen sieht und diese auch erfüllen möchte. Sie hat Wirtschaftsgeografie und Volkswirtschaft in Osnabrück studiert und ist derzeit noch in Dessau in der Wirtschaftsförderung tätig. „Private Gründe“, aber auch der Wunsch nach Wechsel hätten sie nun dazu veranlasst, sich in Schweinfurt zu bewerben. Auch in Schweinfurt wird sie im Amt für Wirtschaftsförderung unter der Leitung von Hans Schnabel tätig sein.
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