30 Jahre BayernNetzNatur – landesweiter Biotopverbund feiert Jubiläum

Im Projekt „Blühender Jura im Landkreis Bamberg“ sorgen Ziegen als geländegängige Rasenmäher für die Erhaltung der artenreichen und bunt blühenden Magerrasen. (Foto: Christine Hilker / LPV Bamberg)
Vor rund 30 Jahren hat das Bayerische Umweltministerium am Sallingbach im niederbayerischen Landkreis Kelheim das erste Projekt zur Realisierung eines bayernweiten Biotopverbunds gestartet. Es war die Geburtsstunde von BayernNetzNatur – einem Konzept, das sich seitdem in allen Regierungsbezirken etabliert hat. Mittlerweile ist ein landesweites Biotopverbundnetz aus über 400 BayernNetzNatur-Projekten geknüpft, davon fast 70 in Unterfranken. Durch die Vernetzung wertvoller Biotope in ganz Bayern soll der Austausch zwischen den Tieren und Pflanzen gefördert und damit die biologische Vielfalt – die Vielfalt an Arten, Sorten und Lebensräumen – gesichert werden. Es sind vor allem Naturschutzbehörden, Naturschutzverbände und Landschaftspflegeverbände sowie Landkreise, Städte und Gemeinden, die die Projekte entwickeln; beteiligt sind darüber hinaus eine Vielzahl weiterer Institutionen und Gruppierungen, zum Beispiel auch die Land- und Forstwirtschaft. Bei aller Vielfalt basieren die Projekte auf zwei gemeinsamen Grundprinzipien, die für den Erfolg ganz wesentlich sind: Freiwilligkeit und Kooperation. Freiwillige Maßnahmen werden dabei durch verschiedene staatliche Förderprogramme finanziell honoriert. Viele Lebensräume sind auf eine extensive Bewirtschaftung angewiesen, damit der Artenreichtum erhalten bleibt. Als positiver Nebeneffekt wird in den BayernNetzNatur-Projekten ein breites Sortiment an hochwertigen Produkten erwirtschaftet. im Landkreis Haßberge liegt der Fokus auf Wäldern, Fluss- und Bachauen. Der Landkreis ist Träger zahlreicher Projekte, wie „Haßbergtrauf und Maintalhänge zwischen Königs-berg und Stettfeld“, „Nassachtal mit Seitentälern“ und dem „LIFE-Projekt Maintal zwischen Haßfurt und Eltmann“, welches unter anderem einer Vogelwelt mit herausragender Bedeutung dient: Hier leben Drosselrohrsänger, Zwergdommel und Blaukehlchen und rasten zahlreiche Zugvögel. Landkreisübergreifend läuft ein Projekt zum Schutz der artenreichen „Nieder- und Mittelwälder im Grabfeld“, die auch kulturhistorisch sehr wertvoll sind. Ein erfolgreiches BayernNetzNatur-Projekt im Landkreis Schweinfurt ist die „Unkenbachaue im Grettstädter Reliktengebiet“ südöstlich von Schweinfurt. Auf geeigneten Standorten in der Unkenbachaue wurden Wuchsorte für Arten der Brenndolden- und Pfeifengraswiesen sowie der Sandmagerrasen wieder hergestellt und bestmöglich vernetzt. Durch Mahdgut-Übertragung, Anlage von Feuchtmulden und gezielte Biotoppflege haben sich so seit 1999 sehr hochwertige Biotope mit zahlreichen seltenen Pflanzenarten entwickelt.
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