Mehrheit der Bürger findet es schlecht, wenn Unternehmen und Behörden Informationen per Mail oder im Online-Postfach zustellen

Da läuft etwas schief: Die Mehrheit der Bevölkerung sieht die Tendenz, dass Unternehmen und Behörden ihren Kunden und Bürgern wichtige Dokumente und Informationen per Mail zuschicken oder in Online-Postfächern hinterlegen, deutlich negativ. Bei einer vom Deutschen Institut für Vertrauen und Sicherheit (DIVSI) beauftragten und vom Institut dimap durchgeführten repräsentativen Umfrage beurteilen 54 Prozent der Befragten diesen Trend als eher schlecht oder gar sehr schlecht. Im Einzelnen schätzen 20 Prozent der Befragten diese Entwicklung als sehr schlecht ein, 34 Prozent als eher schlecht, 32 Prozent beurteilen sie als eher gut und nur 9 Prozent als sehr gut.
Die Antworten fallen je nach Alter und Geschlecht unterschiedlich aus: Während 62 Prozent der 14- bis 34-jährigen die elektronische Zustellung von Dokumenten gut finden, bewerten alle anderen Altersgruppen dies mehrheitlich als schlecht. Die stärkste Ablehnung zeigt sich bei den über 65-jährigen: Zwei Drittel sprechen sich gegen den Trend aus, dass Unternehmen und Behörden Dokumente und Informationen per Mail oder Online-Postfach zustellen. Auch bei den Frauen finden knapp 60 Prozent diese Art der elektronischen Übermittlung sehr schlecht oder eher schlecht, bei den Männern halten sich Pro und Contra die Waage.
Die Umfrage zeigt weiterhin: Eine deutliche Mehrheit der Bürger sorgt sich um die Sicherheit ihrer persönlichen Daten, wenn ihnen Unternehmen und Behörden wichtige Inhalte per Email zusenden oder in einem Online-Postfach zur Verfügung stellen. 63 Prozent äußern Sicherheitsbedenken. Dabei geben im Einzelnen 25 Prozent der Befragten an, sehr besorgt zu sein, 38 Prozent zeigen sich eher besorgt, 24 Prozent eher nicht besorgt und 8 Prozent gar nicht besorgt. In allen Altersgruppen überwiegt die Zahl der Besorgten. Ob zwischen der Sorge um Datenschutzaspekte und der Ablehnung der Online-Zustellung von Dokumenten und Informationen ein direkter Zusammenhang besteht, kann aus der Umfrage heraus nicht abschließend beantwortet werden.
Auch wenn Banken, Versicherungen, Kommunikationsdienstleister, Ver- und Entsorger sowie Behörden über die schleppende Digitalisierung ihrer Kommunikation zum Kunden klagen, mahnt Matthias Kammer, Direktor des DIVSI, mit Blick auf die Ergebnisse der Umfrage: „Weite Teile der Bevölkerung begegnen der Tendenz von Unternehmen und Behörden, wichtige Dokumente und Informationen den Kunden und Bürgern per E-Mail zu übermitteln oder in Online-Postfächern zu hinterlegen, ausgesprochen skeptisch. Bei allen Digitalisierungsbestrebungen gilt es, die Interessen der Kunden und Bürger nicht aus den Augen zu verlieren und ihre Besorgnisse ernst zu nehmen.“
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