400 Jahre Fränkische Brautradition in Werneck

Großer Bahnhof zum 400-jährigen Jubiläum der Wernecker Bierbrauerei (v.l.): Oliver David (Verband Privater Brauereien), Landrat Florian Töpper, die Inhaber-Familie Andreas, Sabine, Hans Jörg und Christine Lang, Hubert Röder (Hotel- u. Gaststättenverband), Landtagspräsi-dentin Barbara Stamm, Bezirksrat Stefan Funk, Bürgermeisterin Edeltraut Baumgartl und Innenstaatssekretär Gerhard Eck. Foto: Rudi Merkl
  Landtagspräsidentin und Staatssekretär gratulieren Wernecker Bierbrauerei zum Jubiläum

Werneck (rm). Immer mehr Brauereien müssen sich dem Druck der internationalen Bierkonzerne beugen und geben auf. Auch vor Unterfranken macht das allgemeine Brauereisterben keinen Halt. Von den ursprünglich 28 Braubetrieben in Stadt und Landkreis Schweinfurt sind gerade einmal drei übriggeblieben. Ein davon ist die Wernecker Bierbrauerei, die wie ein Fels in der Brandung fest in der Region und in der Marktgemeinde verwurzelt ist und dieser Tage sein 400-jähriges Jubiläum feiern kann.

Große Gratulantenschar

Zum Auftakt des großen Jubiläums konnte am vergangenen Sonntag (07.05.17) Brauereibesitzer Hans Jörg Lang zahlreiche Ehrengäste, allen voran die Bayerische Landtagspräsidentin Barbara Stamm, Bayerns Innenstaatssekretär Gerhard Eck und den Schweinfurter Landrat Florian Töpper, auf dem „Gerstenboden“ der Brauerei willkommen heißen.
Ein besonderes Wort des Dankes richtete Bürgermeisterin Edeltraud Baumgartl an die Inhaberfamilie und betonte, dass die Geschichte der Wernecker Bierbrauerei ein Stück weit auch ein Teil ihrer persönlichen Geschichte sei, denn ihr Vater war lange Zeit in der Brauerei tätig gewesen. Sie lobte den Betrieb einen verlässlichen Partner und betonte, dass dieser auch wesentlich zur Bekanntheit der Marktgemeinde beitrage. Dem stimmte auch Landrat Florian Töpper zu. Erfreut zeigte sich Töpper auch darüber, dass die Unternehmerfamilie Lang die Herausforderungen der Zeit angenommen und gemeistert habe und dabei dem Standort mitten im Herzen von Werneck treu geblieben sei.

Juwel der Wirtschaft

Besonders stolz auf die Brauerei, die sich seit 1861 in Familienbesitz befindet, zeigten sich auch Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Bayerns Innenstaatssekretär Gerhard Eck. „Familienbetriebe, wie die Wernecker Bierbrauerei, sind die Juwelen unserer Wirtschaft“, be-tonte Stamm und lobte die Inhaberfamilie für ihre Bodenständigkeit und die enge Verbun-denheit mit der Heimat. „Es ist schön, wenn man die junge Generation in den Startlöchern sieht und diese bereit ist, das fortzuführen, was die Familie aufgebaut hat. Das hat für mich etwas mit Familie zu tun!“, so Stamm. „Es freut mich sehr, wenn man sieht, wie sich so ein mittelständischer Betrieb behauptet“, ergänzte Staatssekretär Eck. Bei allem Tun und Handeln der Wernecker Bierbrauerei spürt man das Herzblut und die Leidenschaft und dass die Fami-lie Lang mit beiden Füßen im Leben steht“, so Eck. Weitere anerkennende Worte gab es noch von Oliver David, dem Geschäftsführer des Verbandes Privater Brauereien. Er lobte die ho-hen Qualitätsbestrebungen und die vielfältige Produktpalette der Wernecker Bierbrauerei. Dem schloss sich auch Hubert Röder vom Hotel- und Gaststättenverband an.

Bewegte Zeiten

Nachdem Braumeister Stefan Reusch rund um das Thema „Bierbrauen – gestern und heute“ informierte, ließen Christine und Andreas Lang die 400-jährige Geschichte der Wernecker Bierbrauerei Revue passieren. Die Gäste erfuhren, dass man beinahe erst 2021 das 400-jährige Jubiläum gefeiert hätte, wenn man bei Renovierungsarbeiten nicht auf einen Stein mit der Jahreszahl 1617 gestoßen wäre und im Archiv nicht auch ein Schriftstück gefunden hätte, das 1617 als Gründungsjahr der Brauerei belegt. Wie weiter zu erfahren war, befand sich die Brauerei, eine „Erb-Wirths-Schankstatt“ zunächst im „Gasthaus zum Goldenen Löwen“, dem heutigen Brauereigasthof. Der damalige Schankzins „betraf sich für beständig auf 33 Gulden und 45 Kreuzer“. Außerdem war es den Untertanen nicht gestattet, Wein oder andere Getränke auszuschenken. Wer in den darauffolgenden Jahren in Werneck Bier braute, ist unklar. Erst 1828 wird namentlich Posthalter Adam Pfülf als Betreiber der Schildwirtschaft und Brauerei in den Gemeindebüchern erwähnt. Im Jahre 1861 kauft schließlich Johann Michael Wurm aus Uffenheim die Brauerei und ist seit dieser Zeit in Familienbesitz. Etwa um 1900 wird die Brauerei in die neuen Nachbargebäude verlagert und das historische Kernstück der Brauereianlage ist fortan nur noch ein Gasthaus. Im Jahr 1990 übernimmt der heutige Brauereibesitzer Hans Jörg Lang die Leitung und 2016 steigen die Kinder Andreas und Christine Lang, inzwischen die sechste Generation, in den Betrieb ein und sind bereit, die Weichen für die nächsten 400 Jahre zu stellen.

Ein Jahr voller Highlights

Ein Blick in den Veranstaltungskalender zeigt, dass das Jubiläumsjahr ein Jahr voller Überraschungen wird. So geht es bereits am 19. und 20. Mai mit einem „Mord in der Brauerei“ los. Allerdings gibt es zu beiden Krimiabenden nur noch wenige Restkarten. Vom 14. bis 18. Juni folgt dann die Wernecker Bier-Woche in Schraudenbach. Das Public Brewing - Brauen bei Vollmond – am 8. Juli ist bereits ausverkauft. Vom 27. bis 30 Juli folgt dann die „Summer Party“. Eine Reise durch das komplette Sortiment mit kulinarischen Genüssen findet am 29. September im Hotel Krone Post statt. Nach dem Bockbierfest am 7. Oktober folgen noch zwei Highlights: Der Kampf der Giganten „Bier vs. Wein“ am 21. Oktober und Bier und Schokolade am 10. November. Weitere Informationen gibt es unter www.wernecker-bier.de/400Jahre

Text und Bilder: Rudi Merkl
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