In milder Herbstluft zum Ehegrund

Steigerwaldklub Gerolzhofen in Sugenheim: 15 Wanderer, super Laune
Wanderführer Alfred Derleth konnte am 23. Oktober 2016 in Gerolzhofen acht Frauen und sechs Männer begrüßen, die sich auf eine Wanderung mit ihm durch den südlichen Steigerwald freuten. Man fuhr im kleinen Konvoi nach Unternesselbach. Dieses Dorf liegt ziemlich genau in der Mitte zwischen Aischgrund und Ehegrund - etwa acht Kilometer westlich von Neustadt/Aisch.
Es war ein Herbsttag, wie er schöner kaum sein kann: die Sonne kam immer wieder durch, brannte aber nicht; die Luft war weder kalt noch warm und die Luftfeuchtigkeit genau richtig. Zunächst begab sich die Wandergruppe nach Norden, kam an der mächtigen und uralten Schafeiche vorbei und wenig später am 1972 aufgestellten Drei-Landkreis-Stein. Dieser erinnert daran, dass hier früher die Landkreise Neustadt/Aisch, Scheinfeld und Uffenheim aneinanderstießen - Landkreise, die es seit der Kreisreform so nicht mehr gibt.


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Der Markt Sugenheim und seine Ortsteile liegen im Ehegrund, der seinen Namen den beiden Bächen „Kleine Ehe“ und „Große Ehe“ verdankt. Das den Ehegrund auszeichnende Flair - so behauptet es Sugenheims Internet-Homepage - „drängt sich nicht auf, strahlt aber Ruhe und Behaglichkeit aus“. Sugenheim (und einige weitere Gemeindeteile) wurden 700 Jahre lang vom fränkischen Adelsgeschlecht derer von Seckendorff beherrscht. In Sugenheim hinterließen sie unter anderem das „Alte Schloss“ (ursprünglich als Wasserschloss erbaut) und das „Neue Schloss“. Das Alte Schloss beherbergt ein Puppen- und Spielzeugmuseum. Sugenheim ging immer schon mit der Zeit - so auch im Jahre 1966. In diesem Jahr, berichtete Wanderführer Alfred Derleth, beschloss der Gemeinderat, alle örtlichen Gassen umzubenennen. So wude aus der Pfarrgass die Kirchstraße und aus der Scheißhausgass die Gartenstraße.
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Zwei Kilometer weiter war es der auf dem Gebiet von Ullstadt gelegene, aber auch von Sugenheimer Bürgern genutzte Judenfriedhof, der die Wanderer nachdenklich stimmte und - vor allem wegen seiner beachtlichen Ausdehnung - beeindruckte. Derleth wusste zu berichten, dass gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Sugenheim über 30 jüdische Familien gelebt hatten.
Gut drei Kilometer weiter vom Judenfriedhof - diesmal in westlicher Richtung - wurde Sugenheim erreicht. Man kehrte ein und ließ es sich mit Karpfen in der einen oder anderen Form gut gehen. Auf dem weitgehend in südöstlicher Richtung verlaufenden Rückweg ging es zunächst auf dem Alten Postweg den Berg hinauf und oben im Wald dann den Kreutgraben entlang bis zum See (der sich als abgelassener Karpfenteich entpuppte). Der Wanderweg folgte dann dem langgezogenen Eulenberg und endete nach insgesamt rund 14 Kilometern in Unternesselbach.
Jochen Ewe
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