Führerscheinklassen und Hänger Verordnungen in der Landwirtschaft

 

Die Führerscheinklassen: Das gilt es zu beachten

Zu den einzelnen Führerscheinklassen gibt es einige Regeln. Es stellen sich beispielsweise die Fragen, welcher Führerschein ausreichend ist und was gefahren werden darf. Außerdem ist das Alter des Fahrzeugführers von Bedeutung. Der folgende Text erklärt genau, was wichtig ist.

Die Führerscheinklasse T

Die Führerscheinklasse T stellt mittlerweile den Standard für jeden Lohnunternehmer sowie selbständigen Landwirt dar. Wichtig ist sie aber auch für Angestellte eines land- oder forstwirtschaftlichen Betriebes. Für die Klasse T sollte folgendes beachtet werden:

- Ab dem vollendeten 16. Lebensjahr dürfen Schlepper ausschließlich mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit gefahren werden. Diese beträgt 40 Stundenkilometer.

- Mit einem Anhänger darf die Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h nicht überschritten werden, Voraussetzung ist natürlich die Geschwindigkeitszulassung.

- Ab dem vollendeten 18. Lebensjahr dürfen Schlepper mit einer Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h gefahren werden, Anhänger inklusive.

- Alle selbstfahrenden Arbeitsmaschinen dürfen mit der Führerscheinklasse T mit einer Höchstgeschwindigkeit von 40 Stundenkilometern gefahren werden.

- Alle Anhänger, die nur für Forst- und Landwirtschaft genutzt werden, können von der Zulassungspflicht befreit werden. Hierfür gilt es, diverse Kriterien zu erfüllen.

Die von der Zulassung befreiten Anhänger werden rückseitig mit einer "25" gekennzeichnet, welche die Geschwindigkeitsbegrenzung in Stundenkilometern anzeigt. Werden Anhänger lediglich für die Forst- und Landwirtschaft genutzt, kann die Kennzeichnung unter diversen Voraussetzungen entfallen, da alle Anhänger von der Zulassungspflicht befreit werden können. Doch wann sind diese Kriterien erfüllt? Der folgende Text gibt Aufschluss über die Voraussetzungen.

Gemäß § 3 der Zulassungsverordnung für Fahrzeuge sind die sogenannten lof-Anhänger (land- und forstwirtschaftliche Anhänger) nur unter folgenden Bedingungen von der Zulassung befreit:

- Der Einsatz erfolgt ausschließlich in lof-Betrieben.
- Die Fahrzeuge werden nur für lof-Zwecke verwendet.
- Die Fahrzeuge werden ausschließlich mit einer Geschwindigkeit von maximal 25 km/h in Verbindung mit Arbeits- und Zugmaschinen genutzt.

Die Führerscheinklasse L

Mit der Führerscheinklasse L dürfen alle Fahrzeuge ab dem vollendeten 16. Lebensjahr mit einer Höchstgeschwindigkeit von 40 Stundenkilometern gefahren werden. Außerdem gilt seit dem 30.06.2012 die Anpassung einer höheren bauartbedingten Geschwindigkeit von 32 auf 40 Stundenkilometer. Aufgrund dieser Anpassung besitzen alle Fahrzeugführer mit der Führerscheinklasse B automatisch auch die Klasse L. Somit dürfen alle Autofahrer grundsätzlich auch Schlepper mit einer Höchstgeschwindigkeit von 40 Stundenkilometern fahren. Hier gilt es zu beachten, dass bei der Nutzung von Anhängern die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h nicht überschritten werden darf. Sind die sogenannten 40-km/h-Anhänger zugelassen, dürfen auch sie die Betriebsgeschwindigkeit von 25 Stundenkilometern nicht überschreiten.

Die Führerscheinklassen T und L für den lof-Einsatz

Die zuvor erläuterten Führerscheinklassen L und T dürfen ausschließlich im Bereich der Land- und Forstwirtschaft Verwendung finden. Hier gibt es klare Regelungen unter § 6 der Fahrerlaubnisverordnung. Die gewerbliche Beförderung von land- und forstwirtschaftlichen Erzeugnissen und Gütern ist seit dem 28.07.2009 mit den Führerscheinklassen L und T möglich. Jeder Einsatz mit diesem sogenannten lof-Zweck bedarf keiner weiteren Fahrerlaubnis. Zu diesem Bereich zählen auch alle Lohnunternehmer, sofern sie diese Tätigkeiten in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben ausführen. Auf diese Weise ist es möglich, Getreide, Silomais oder Gärreste für eine gewerblich genutzte Biogasanlage mit den Führerscheinklassen L und T zu befördern. Bei Lohnunternehmern, welche für ein Bauunternehmen Schutt, Sand oder Erde fahren, sieht es etwas anders aus. Hier fällt der land- oder forstwirtschaftliche Aspekt weg, so dass die Fahrer über die Führerscheinklasse C/CE verfügen müssen.

Die Führerscheinklasse CE

Sind die forst- oder landwirtschaftlichen Einsatzbereiche der Führerscheinklassen L und T nicht gegeben und werden auch keine Ausnahmen erfüllt, so ist für das Bedienen der entsprechenden Fahrzeuge die sogenannte Klasse CE notwendig. Diese Führerscheinklasse ist auch dann von Bedeutung, falls Zugmaschinen mit einer Betriebsgeschwindigkeit von mehr als 60 Stundenkilometern gefahren werden müssen. Da die meisten Lohnunternehmer Lastkraftwagen einsetzen, fällt der Führerscheinklasse CE eine große Bedeutung zu. Auf diese Weise dürfen Kraftfahrzeugkombinationen mit einer zulässigen Gesamtmasse über 3500 Kilogramm und Anhänger über 750 Kilogramm gefahren werden. Seit dem 19.1.2013 wurde das Mindestalter für den Erwerb der Führerscheinklasse CE erstmals wieder auf 21 Jahre festgelegt.

In diesem Zusammenhang bekommt die Qualifikation zum Berufskraftfahrer immer mehr Bedeutung. Bei Transporten über Kraftfahrzeuge mit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 45 Stundenkilometern ist diese Qualifikation nicht vorgeschrieben. Sollte für eine Gewerbefahrt die Führerscheinklasse C/CE benötigt werden, da der lof-Zweck nicht gegeben ist, darf ein Schlepper mit einer Betriebsgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern gefahren werden. In allen anderen Fällen gilt die Pflicht zur Berufskraftfahrer-Qualifikation.

Die Zulassungspflicht ohne das Geschwindigkeitsbegrenzungsschild "25"

Hier herrscht ganz klar eine allgemeine Pflicht zur Zulassung für alle Fahrzeuge mit der 25er-Begrenzung. Ein Anhänger bleibt zulassungsfrei, sofern er rückseitig mit dem entsprechenden Geschwindigkeitsbegrenzungsschild ausgestattet ist. Hier liegt der entscheidende Unterschied. Sollte dieses Schild fehlen, fällt der Anhänger automatisch unter die Zulassungspflicht und verliert seinen lof-Status. Kommt es zu einer Kontrolle, zieht dieser Umstand ein Bußgeld nach sich, sowohl für den Fahrer als auch für den Halter. Aus diesem Grund sollte auch in regelmäßigen Abständen eine Überprüfung stattfinden.

Die Pflicht zur Führung eines Wiederholungskennzeichens

Alle Anhänger, die keiner Zulassung unterliegen, müssen gemäß § 10 FZV ein sogenanntes Wiederholungskennzeichen eines Schleppers aus dem Betrieb führen. Die Kennzeichen des Schleppers sowie des Anhängers müssen dabei nicht gleich sein. Alle zulassungsfreien Anhänger müssen grundsätzlich nicht durch den TÜV überprüft werden. Eine Ausnahme bilden da alle Anhänger, welche nach dem 01.07.1961 zugelassen wurden. Sie unterliegen der Betriebserlaubnis, um am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen zu dürfen. Verfügen ältere Anhänger nicht mehr über die Betriebserlaubnis, so besteht die Möglichkeit, anhand des Typenschildes eine Zweitausfertigung zu erhalten. Besteht dahingehend keine Möglichkeit, kann ein amtlicher Sachverständiger, beispielsweise vom TÜV, ein neues Gutachten zur Ausstellung einer Betriebserlaubnis erstellen. Abhängig von der Größe des Anhängers können die Kosten für die Erstellung des Gutachtens etwa 150 Euro betragen. Weiterhin ist es notwendig, das Gutachten bei der zuständigen Zulassungsstelle abstempeln zu lassen. Die Betriebserlaubnis darf zu Hause verbleiben.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.